Um die Stadt verdient gemacht
Weg nach Bankier und Ratsherr Nikolaus Ransohoff benannt
Gleich in der Nähe des Padersteinweges - benannt nach dem Bankier und Preußischen Kommerzienrat Emil Paderstein - ist seit Sonntag ein weiterer Weg nach einem ehemaligen jüdischen Mitbürger benannt worden. Ein Stichweg vom Fürstenweg neben dem neuen Welcome-Hotel trägt den Namen von Nikolaus Ransohoff. Der Paderborner Heimatverein hatte den Namen des Bankiers und Paderborner Ratsmitgliedes vorgeschlagen. Enthüllt wurde das Straßenschild von den Ransohoff-Enkeln John Wolsey, Kurt Heinemann und Herbert Heinemann sowie den Urenkeln Nicholaus Wolsey, Angela und Robert Kovacs. An der Feier nahmen auch Bürgermeister Heinz Paus, seine Stellvertreter Dietrich Honvervogt und Josef Hackfort, Gerhard Sander, Vorsitzender des Paderborner Heimatvereins sowie die Historikerin Dr. Margit Naarmann teil. Nikolaus Ransohoff wurde am 1. Juli 1856 in Paderborn geboren. Er heiratete die Essener Arzttochter Selma Hirschland und übernahm 1919 das in der Westernstraße befindliche Bankhaus seiner Vaters. Die Weltwirtschaftskrise brachte auch für das Bankhaus Ransohoff das Aus. Nach dem Verkauf des Hauses in der Westernstraße zog das Ehepaar 1933 nach Aachen. Nikolaus Ransohoff starb am 8. Dezember 1937, seine Frau am 10. Februar 1938. Mehr als 25 Jahre war Ransohoff im Paderborner Rat. Er zeichnete sich, genauso wie seine Frau, durch großes ehrenamtliches Engagement aus. Er war unter anderem Vorsitzender der Harmonie-Gesellschaft, Vorstandsmitglied im Deutschen-Roten-Kreuz und Mitglied des Paderborner Bürgerschützenvereins. Bürgermeister Heinz Paus lobte Nikolaus Ransohoff als anerkannte Paderborner Persönlichkeit. Als Bankier, Mann der Gesellschaft und Bürger habe er sich um die Stadt verdient gemacht, ergänzte Dr. Margit Naarmann. Enkel John Wolsey dankte im Namen der Familie Ransohoff. Der Namen werde durch die jetzt erwiesene Ehre weiter leben in der Stadt, die ihm so sehr am Herzen lag, sagte John Wolsey und bedankte sich insbesondere bei Dr. Margit Naarmann, die die Verbindung zur Familie aufrecht erhalten habe.