Traumlandschaften

Stadt Paderborn widmt Friedrich Nerly eine Ausstellung zum 200. Geburtstag

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"Künstenlandschaft bei Amalfi", "Mondnacht in Venedig" und "Venedig mit Canale Grande" - da kommt insbesondere bei Italien-Liebhabern Sehnsucht nach dem nächsten Urlaub auf. Solange muss man jedoch nicht warten, denn die Städtische Galerie in der Reithalle in Schloß Neuhaus zeigt vom 7. Juni bis zum 31. August rund 100 Werke des Wahlitalieners Friedrich Nerly. Josef Hackfort, stellvertretender Bürgermeister der Stadt, wird sie um 19 Uhr eröffnen. Mit wertvoller Kunst aus dem Angermuseum Erfurt, der Kunsthalle Bremen und zahlreichen weiteren öffentlichen wie privaten Sammlungen ehrt die Stadt Paderborn Nerly zu seinem 200. Geburtstag. "Wir geben die Gelegenheit, sein bislang noch wenig erforschtes Werk in seiner ganzen Vielfalt und ungebrochenen Faszinationskraft neu zu entdecken", sieht Dr. Andrea Wandschneider, Leiterin der Städtischen Galerien und Museen den Reiz der Ausstellung. Zu keiner Zeit sind so viele deutsche Künstler nach Italien gezogen wie in den 20er und 30er Jahren des 19. Jahrhunderts. Einer jener deutschen Maler war Friedrich Nerly (1807-1878). Er kam aus Erfurt, war Schüler von Friedrich von Rumohr und reiste mit ihm im Alter von 21 Jahren nach Italien. Schnell machte sich Nerly einen Namen mit seien unkonventionellen Landschaftsstudien. Frei von akademischem Ballast weisen sie bereits in die Zukunft der Freilichtmalerei und dokumentieren eine eigene, von subjektivem Erleben geprägte Sicht der Natur. Als Nerly 1835 Rom verließ, um in seine thüringische Heimat zurückzukehren, legte er eine Zwischenstation in Venedig ein. Die Stadt zog ihn sofort in ihren Bann, so dass er bis zu seinem Lebensende blieb und als Maler von Venedig berühmt wurde. Zu seinem Markenzeichen wurde das Bild der nächtlichen Piazzetta. 35mal soll Nerly der Überlieferung zufolge den berühmtesten aller venezianischen Plätze im silbrigen Mondlicht porträtiert haben, stets aufs Neue variiert in Blickwinkel, Ausschnitt und Staffage.