Nach 74 Jahren wieder in der alten Heimat
Bernard Herz im Rathaus empfangen
Seine Eltern besaßen das Kaufhaus Burghaus im Schildern, ein traditionsreiches Paderborner Geschäft. Gemeinsam mit ihnen war Bernard Herz, der am 30. August 1919 in Paderborn geboren wurde und Schüler am Reismann-Gymnasium war, 1934 nach Konstanz und später nach Manchester ausgewandert. Als er wieder nach Deutschland zurück wollte, drohten ihm die Nazis, dass er ins Konzentrationslager eingewiesen werde. Daraufhin emigrierte er mit seiner Mutter und seinen drei Geschwistern (der Vater war früh gestorben) zunächst nach Argentinien. Er lebte später noch in den USA und der Dominikanischen Republik. Zwar war Bernard Herz inzwischen wieder in Deutschland gewesen, doch in all den Jahren nicht mehr in Paderborn. Jetzt stattete er nach 74 Jahren seiner alten Heimat gemeinsam mit seinem Neffen Dan Starer einen Besuch ab. Im Rathaus wurden die Beiden begrüßt von Josef Hackfort, stellvertretender Bürgermeister der Stadt Paderborn. Hackfort erinnerte bei dem Empfang, an dem auch Vertreter der Christlich-Jüdischen Gesellschaft teilnahmen, an das von der Stadt organisierte erste große Zusammentreffen mit den ehemaligen jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern in Paderborn 1989. Dies sei ein erster Schritt der Annährung gewesen. Das von dem bedeutenden Architekten Per Kirkeby entworfenen Mahnmal in der Nähe der ehemaligen Synagoge sei ein weiterer wichtiger Schritt auf diesem Weg gewesen, so Josef Hackfort. Inzwischen fänden regelmäßig Begegnungen mit ehemaligen jüdischen Mitbürgern statt, um die eigene Vergangenheit aufzuarbeiten und zu bewältigen. Der stellvertretende Bürgermeister stellte Bernard Herz und seinem Neffen im Anschluss die Stadt Paderborn vor und ging dabei insbesondere auf die Entwicklung der Stadt in den letzten Jahrzehnten ein.