Gut fürs Grün

300. Pflegevereinbarung abgeschlossen

Immer mehr Paderbornerinnen und Paderborner setzen sich für die Pflege öffentlicher Grünflächen ein. Jetzt konnte das Amt für Umweltschutz und Grünflächen der Stadt die 300. Pflegevereinbarung seit 2002 abschließen. Renate Aßheuer aus der Mentropstraße in Elsen wird künftig offiziell eine etwa 38 Quadratmeter große Grünfläche vor ihrem Haus pflegen. "Wenn wie Sie Bürgerinnen und Bürger für ihre Stadt aktiv werden, dann dokumentieren sie damit ihre Verbundenheit und übernehmen Verantwortung für die Gemeinschaft", würdigte Bürgermeister Heinz Paus dieses Engagement bei einem Gespräch in der Elsener Mentropstraße. Er hatte 2002 diese Grünflächenpatenschaften angeregt. "Es ist ein Erfolg, wenn solche Patenschaften immer wieder nachgefragt werden", so Heinz Paus. Renate Aßheuer, die seit 25 Jahren in der Mentropstraße wohnt, hatte bereits seit dem Ausbau der Straße zu einem verkehrsberuhigten Bereich vor einigen Jahren das Beet vor ihrem Haus gepflegt. Den Stil ihres aus dem Jahre 1753 stammenden Bauernhauses und des umgebenden Bauerngartens wollte sie dabei auch auf das Beet vor dem Haus übertragen. "Komplett ist der Bauerngarten im Beet auf Straße leider nicht", sagt sie, "weil im Laufe der Jahre immer mal wieder bei Straßenarbeiten das Beet in Mitleidenschaft gezogen worden ist". Als sie jetzt von der Möglichkeit dieser Grünflächenpatenschaft gehört habe, sei es für sie nur folgerichtig gewesen, sich auch offiziell für dieses Stück verantwortlich zu fühlen. Motivation ist für Renate Aßheuer wie sicher auch für viele Hobbygärtner nicht etwa die geringe Aufwandsentschädigung, sondern die Möglichkeit, aktiv zur Verschönerung ihrer Straße oder ihres Viertels beizutragen. 22 Bürgerinnen und Bürger, die sogar auf ihr Entgelt verzichten, zeigen, dass hinter der Entscheidung, die öffentliche Grünfläche vor der eigenen Haustür selbst zu pflegen, vor allem Engagement und Idealismus stehen. Insgesamt werden in Paderborn etwa 13.500 Quadratmeter Rasenfläche und über 16.000 Quadratmeter Gehölzfläche von Bürgerinnen und Bürgern gepflegt. 2007 hatte die Stadt etwa 9.400 Euro an die Grünflächenpaten ausgezahlt. Die größte Resonanz fand das Projekt bislang in der Kernstadt (93 Patenschaften) sowie in den Stadtteilen Elsen (89), Dahl (31), Sande (45) und Schloß Neuhaus (26). Wenn ausschließlich die Pflegekosten (Patenschaft/Fremdvergabe) gegenübergestellt werden, so betrug die Ersparnis im Jahre 2007 etwa 21.000 Euro. Die Paten bekommen 20 Cent pro Quadratmeter Rasenfläche bzw. einen Euro pro Quadratmeter Gehölzfläche. Wer ebenfalls mit einer Grünflächenpatenschaft dazu beitragen möchte, die Stadt zu verschönern, kann sich beim Amt für Umweltschutz und Grünflächen der Stadt Paderborn unter der Telefonnummer 0 52 51/88-15 04 bei Sandra Hübener melden. Um frühzeitig solche Patenschaften zu organisieren, fragt die Stadt Paderborn jetzt bereits vor dem Anlegen neuer Grünanlagen im Rahmen des Straßenausbaus die Anwohner.