Zeit, Wege und Kosten sparen

Stadt Paderborn führt elektronisches Vergabemanagementsystem ein

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Auf dem Weg zu einem modernen, innovativen kommunalen Dienstleister macht die Stadt Paderborn jetzt einen weiteren wichtigen Schritt. Sie wird ein elektronisches Vergabeverfahren einführen. Dieses System umfasst den gesamten Vergabeprozess von der Festlegung der Maßnahme bis zur Nachbereitung und Archivierung der Daten. Darin eingebunden ist die Möglichkeit der elektronischen Angebotsabgabe durch die Firmen. Dieses so genannte „e-procurement“ wird im Internet über eine Vergabeplattform abgewickelt. Hier werden die Ausschreibungen zum Download für interessierte Bieter von der Stadt Paderborn bereitgestellt. Auch die Angebotsabgabe erfolgt online, wobei verschiedene Sicherheitsaspekte erfüllt werden. „Wir sparen mit diesem neuen System nicht nur eine Menge Zeit und Kosten, sondern haben damit auch mehr Rechtssicherheit, mehr Transparenz und können somit der Korruption besser vorbeugen“, so Technischer Beigeordneter Martin Lürwer. Bei der elektronischen Übermittlung der Bekanntmachung sowie der Ausschreibungsunterlagen ist es möglich, die Angebotsfristen um bis zu zwölf Tage zu reduzieren. Die höhere Rechtssicherheit wird erreicht, da eindeutige Vorgaben, Plausibilitäten und Workflows durch das System vorgegeben werden. Das ist auch unter dem Gesichtspunkt des sich ständig ändernden Vergaberechts wichtig. Zeit und Kosten werden dadurch gespart, dass sämtliche bisher manuell erstellten Listen und Übersichten jetzt durch das System automatisch erstellt werden. Außerdem entfällt das Nachrechnen der online eingereichten Angebote, da diese bereits im System hinterlegt sind. Es wird zudem automatisch ein Preisspiegel erstellt. Da eine isolierte Lösung nur für die Stadt Paderborn wenig Sinn macht, beteiligt sich die Stadt an einem ostwestfälischen Verbund. Dabei arbeitet sie mit den Kreisen Gütersloh, Herford, Höxter, Lippe und Minden-Lübbecke sowie mit der Stadt Bielefeld zusammen. Ziel dieses Arbeitskreises ist es, einen Marktplatz OWL einzurichten, wobei jedes Mitglied sobald als möglich eigenständig handeln kann. Ziel ist es auch, dass die kleineren kreisangehörigen Kommunen die Möglichkeit haben, sich daran zu beteiligen. „Wir wollen durch diese Vergabeplattform 'Marktplatz OWL' die Region stärken“, so Martin Lürwer. Um die Akzeptanz des neuen Systems zu erhöhen, wird die Stadt Paderborn für die ersten beiden Jahre die Kosten für die Online-Abgabe der Angebote übernehmen. „Wir wollen damit den Firmen helfen, sich möglichst schnell mit diesem System anzufreunden und damit die Vielzahl der Vorteile für einen großen Nutzerkreis nachvollziehbar machen“, unterstreicht Lürwer. Sehr interessiert an diesem Projekt zeigte sich bei der Vorstellung im Technischen Rathaus an der Pontanusstraße Michael Lutter, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Paderborn. Diese Starthilfe der Stadt, dass die Firmen zwei Jahre lang keine Online-Kosten für ihre Angebote zahlen müssten, sei bemerkenswert, so Lutter. Teilgenommen hatten an dieser Vorstellung auch die IHK, die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Paderborn (WFG) sowie Vertreter des Kreises Paderborn.