Mehr Abfall im letzten Jahr

ASP legt Abfallstatistik vor

Mit einer Recyclingquote von über 64 Prozent können die Paderbornerinnen und Paderborner abfallwirtschaftlich wieder auf ein erfolgreiches letztes Jahr zurückblicken. Im Stadtgebiet werden seit 1997 etwa zwei Drittel aller Abfälle über die Wertstoffsammelsysteme, wie Biotonne, Papiertonne, gelber Sack sowie die Recyclingstellen und Recyclinghöfe, getrennt gesammelt und konnten dadurch wieder in den Stoffkreislauf zurückgeführt werden. Ein Drittel oder 170 Kilogramm pro Einwohner wurden 2007 über die Restmülltonne oder als Sperrmüll entsorgt und vom ASP beim Entsorgungszentrum "Alte Schanze" angeliefert, von wo aus sie in die mechanische Sortieranlage bzw. direkt in die Müllverbrennungsanlage nach Bielefeld gelangen. Machten die Wertstoffe Glas, Papier und Grünabfälle noch 1991 nur etwa ein Viertel der Gesamtabfallmenge aus, so ist dieser Wert vor allem nach der Einführung der Biotonne vor mittlerweile über 13 Jahren im Stadtgebiet erheblich angestiegen. Weiteren Anteil an den gesammelten und verwerteten Abfallmengen haben die Leichtverpackungen im gelben Sack ab 1994 und das Altpapier, wofür ab 2000 flächendeckend auf allen Grundstücken Altpapiertonnen bzw. -container aufgestellt wurden. Der einzige Wertstoff, der trotz guter Infrastruktur heute weniger gesammelt wird, ist Altglas. Hier lässt sich der Rückgang ganz klar mit der Einführung des Getränkepfandes auf Einwegverpackungen seit 2003 in Zusammenhang bringen. Viele Glasverpackungen wurden durch Kunststoffgebinde oder Tetra-Pak´s ersetzt. Deswegen konnten im vergangenen Jahr auch einige öffentliche Recyclingstellen für Altglascontainer aufgelöst werden. Trotz aller Recyclingbemühungen stellen die Experten vom Abfallentsorgungs- und Stadtreinigungsbetrieb Paderborn (ASP) aber seit einigen Jahren fest, dass die Gesamtabfallmengen wieder zunehmen. "Dies ist allerdings ein bundesweiter Trend und deutet auf einen zunehmenden Wohlstand bzw. auf den Lebensstil einer Konsumgesellschaft hin, in dem Billigprodukte in allen Lebensbereichen zunehmend mehr gekauft und schneller wieder entsorgt werden", deutet Abfallberaterin Mechthild Hopmeier diese Entwicklung. Neben dem Restabfall ist in dieser Hinsicht der Bereich der Elektrogeräte auffällig. Seit 1994 können die Paderborner ausgediente Elektrogeräte kostenlos an den Recyclinghöfen abgeben, was immerhin dazu führte, dass pro Einwohner und Jahr etwa vier Kilogramm Elektroschrott gesammelt, verwertet und entsorgt wurde. Durch das Elektroaltgerätegesetz, das die Rückgabe aller Elektrogeräte seit 2006 zur Pflicht macht, liegt diese Menge mittlerweile stabil auf sieben Kilogramm. Tipps zu allen Abfallthemen sind im Internet unter der Adresse "www.asp-paderborn.de" erhältlich.