Wohin wächst Paderborn?

Neuer Regionalplan formuliert Ziele bis 2020

Wohin wächst Paderborn? Antworten auf diese Frage gibt der neue Regionalplan. Der Nachfolger des Gebietsentwicklungsplanes formuliert die Ziele der Landesplanung auf regionaler Ebene und damit auch für das Oberzentrum Paderborn bis zum Jahr 2020. Nach der Prognose der Bezirksregierung Detmold, die diesen Plan erstellt hat, wird die Einwohnerzahl Paderborns um 3,7 Prozent bis 2020 auf fast 147.000 Einwohner wachsen. Diese Entwicklung verläuft fast einmalig und gegen den Trend der allgemein schrumpfenden Bevölkerung in vielen Regionen. Sie hat auf der Ebene der Großstädte fast ein Alleinstellungsmerkmal. Mit der Zunahme der Einwohner in der Stadt steigt auch die Zahl der Erwerbstätigen, so die Prognose des Regionalplanes. Im Gegensatz zu den benachbarten Oberzentren, wie beispielsweise Kassel oder Bielefeld, ergibt die Prognose der Bezirksregierung Detmold für das Oberzentrum Paderborn ein Wachstum der Erwerbstätigen um 2,4 Prozent. Die Zahl der Erwerbstätigen ist in etwa gleichzusetzen mit der Zahl der zukünftigen Arbeitsplätze. Diese positive Erwerbstätigen- und Arbeitsplatzentwicklung betrifft ebenso die unmittelbaren Umlandgemeinden der Stadt Paderborn. Die Entwicklung der Bevölkerung und der Erwerbstätigen ist die entscheidende Voraussetzung für das Wachstum. Die außerordentlich dynamische Siedlungsentwicklung der zurückliegenden Jahre hat die Reserven des alten Gebietsentwicklungsplanes insbesondere bei den Wohnsiedlungsflächen fast vollständig aufgezehrt. Deshalb wurden über die Darstellungen im Flächennutzungsplan hinaus weitere 365 Hektar als zukünftiger allgemeiner Wohnsiedlungsbereich beschlossen. Ziel der Landesplanung in der Entwurfsfassung war eine Konzentration von zukünftigen Wohnsiedlungsflächen westlich der Kernstadt Paderborn sowie südlich von Elsen. Hier konzentrieren sich die heutigen und zukünftigen Arbeitsplätze, beispielsweise im Bereich Almeaue und Mönkeloh. Der Rat der Stadt Paderborn ist dieser Vorgabe nicht gefolgt und hat eine gleichmäßige Verteilung zukünftiger Wohnbauflächen auf die Kernstadt und alle Stadtteile vorgeschlagen, um allen Stadtteilen die Voraussetzung für künftiges Wohnsiedlungswachstum zu ermöglichen. Der Regionalrat ist abschließend diesem Vorschlag gefolgt und hat ebenso eine Erweiterung von Flächen für Sport- und bildungsbezogene Einrichtungen südlich der B 64 und den heutigen Sportanlagen der Universität für die Schlussfassung des Regionalplanes beschlossen. Ausreichende und gut erschlossene Gewerbe- und Industriegebiete sind ein entscheidender Standortvorteil für gewerblich industrielle Ansiedlung und damit Arbeitsplätze im Wettbewerb mit anderen Regionen und Städten. Der Regionalplan 2008 stellt nunmehr den gesamten Bereich zwischen Autobahnzubringer Mönkeloh und der Barkhauser Straße als gewerblich industriellen Bereich dar, wobei ein Grünzug zwischen dem Zementwerk "Ilse" und der Almeaue die gewerblich-industriellen Bereiche gliedert. Insgesamt steht im Bereich Mönkeloh/Barkhauser Straße ein Areal von etwa 185 Hektar für die kommunale Bauleitplanung als Gewerbe- oder Industriefläche zur Verfügung. Ergänzt wird dieser Bereich zusätzlich durch eine etwa 85 Hektar große Vorratsfläche nördlich der B1. Nicht mehr für gewerblich industrielle Zwecke vorgesehen sind die Bereiche Dreihausen im Norden der Stadt und Bereich Ringelsbruch in der Nähe der Mülldeponie. Als weiteres Ziel formuliert der Regionalplan zum Einzelhandel das Ziel einer ausreichenden und ausgewogenen, räumlich dezentralen, ortsnahen Versorgung der Bevölkerung mit Gütern des täglichen Bedarfs. Standorte für Einkaufszentren, großflächige Einzelhandels- und Handelsbetriebe sollen, soweit sie bestimmte Sortimente anbieten, nur auf Siedlungsflächen zulässig sein, die allgemeinen Wohnzwecken und nicht gewerblichen oder industriellen Zwecken dienen. In der Vergangenheit haben sich derartige Betriebe häufig in gewerblichen Bereichen niedergelassen. Die Stadt entspricht dieser neuen Zielsetzung der Landesregierung durch das Einzelhandels- und Zentrenkonzept, das derzeit erarbeitet wird. Das soll die Innenstadt stärken, aber auch eine ausreichende und ausgewogene Versorgung der Bevölkerung im Stadtgebiet sicherstellen. Der Regionalplan in den Kreisverwaltungen Paderborn und Höxter sowie den Städten und Gemeinden der beiden Kreise eingesehen werden.