Mittelalter-Modenschau im Marstall
Fronleichnam "Frühmittelalter live"
Bereits beim NRW-Tag 2007 haben die "Projekte zur lebendigen Geschichte" das Publikum in den Bann der Vergangenheit gezogen. Am Donnerstag, Fronleichnam, wird die Gruppe von Männern, Frauen und Kindern im Rahmen der Ausstellung "Eine Welt in Bewegung - unterwegs zu Zentren des Mittelalters" im Historischen Museum im Marstall Schloß Neuhaus durch ihre originalgetreue Kleidung und Ausstattung die Zeit der Merowinger und Karolinger (6. bis 10. Jahrhundert) lebendig werden lassen. Das Programm, in dessen Mittelpunkt mittelalterliche Modenschauen stehen, läuft vom 11 bis 18 Uhr. Die Ausstellung "Eine Welt in Bewegung - unterwegs zu Zentren des frühen Mittelalters" ist noch bis 20. Juli in Paderborn-Schloß Neuhaus zu sehen, danach vom 12. August bis 16. November im Mainfränkischen Museum Würzburg auf der Festung Marienberg. Durch seine räumliche Größe, den zentralen Standort sowie die lange Kontinuität unterscheidet sich der Ort Balhorn grundlegend von der Masse zeitgleicher Siedlungen in Nordwestdeutschland. Dementsprechend weisen auch die Fundinventare eine Reihe Bestandteile auf, die in zeitgleichen Siedlungen selten vorkommen oder jedenfalls wesentlich seltener als in Balhorn. Schon das Fundmaterial der Römischen Kaiserzeit und der Völkerwanderungszeit zeichnet sich durch eine beachtliche Anzahl römischer Importgegenstände aus, die über den Hellweg nach Balhorn gelangten. Nach dem Ende des Römischen Reiches, im 5. Jahrhundert, wurden die Fernverbindungen nach Westen über den Hellweg aufrecht erhalten, wie mehrere Bügelfibeln belegen, von denen eine sogar aus vergoldetem Silber besteht . Auch die gesamte Merowingerzeit hindurch lässt sich ein starker Zustrom von Waren aus dem Rheinland, also aus dem Frankenreich, nach Balhorn beobachten. Für Balhorn lässt sich besonders für das 7. Jahrhundert ein erhebliches Aufkommen von metallenen Trachtbestandteilen aufzeigen, die zum großen Teil enge Parallelen zu den zeitgleichen fränkischen Reihengräberfeldern des Niederrheingebiets aufweisen. Für den Import wird der Hellweg als West-Ost-Fernverbindung die entscheidende Rolle gespielt haben.