Vor 40 Jahren: Erster Weihnachtsmarkt in Paderborn
Weihnachtsmarktpremiere im Schatten des Domes
"Der Wunsch der Bürgerschaft und Besucher der Paderstadt nach einem Weihnachtsmarkt ist heute in Erfüllung gegangen: Erstmals wird in Paderborn ein Weihnachtsmarkt eröffnet!" Diese Worte sprach Kirmes-Bürgermeister und Ratsherr Konrad Nüsse im Namen des damaligen Bürgermeisters Herbert Schwiete am 5. Dezember 1968. Die Paderborner Weihnachtsmarkt-Premiere fand statt auf dem Marktplatz im Schatten des Domes. Festliche Stimmung verbreiteten bei der Eröffnung der Domchor und der evangelische Posaunenchor, zum Abschluss sangen die Besucher gemeinsam „Macht hoch die Tür“. Groß war der erste Paderborner Weihnachtsmarkt vor 40 Jahren nicht. Es gab einen Stand mit Reibeplätzchen, einen mit Würstchen, einen weiteren mit gebrannten Mandeln und Honigkuchen, zu kaufen gab es Christbaumschmuck, kleine Geschenkartikel und Süßigkeiten. Während die Kinder in Bröcklings Kinderkarussell ihre Runden drehten, konnten die Väter ein Bier trinken. Unter dem Titel „Der Weihnachtsmarkt lebt“ kommentierte Wolfgang Mietusch, Leiter des Kultur- und Presseamts der Stadtverwaltung, die Paderborner Weihnachtspremiere mit diesen Worten: „Selbst Libori hat einmal klein angefangen, sagen die Optimisten, und meinen, dass auch dem Weihnachtsmarkt in Paderborn sein fester Platz zukommen sollte.“ Die Geschäftsleute, so Wolfgang Mietusch weiter, hätten sich auf den Weihnachtsmarkt eingestellt und seien bereit, seine Gegenwart zu respektieren, teilweise sogar zu begrüßen. Mit den Schlussworten seines Kommentars erweist sich Wolfgang Mietusch als Prophet. Er schreibt: „Die Diskussion um den Weihnachtsmarkt aber, über seine Form und über seinen Standort sollte nicht verstummen. Die Erfahrungen in anderen Städten zeigen, dass er gern angenommen wird." In Paderborn wurde der Weihnachtsmarkt vor 40 Jahren nicht so angenommen, wie die teilnehmenden Schausteller es sich gewünscht hatten. Und so endete die „schöne Tradition“, die sich Konrad Nüsse in seiner Eröffnungsrede gewünscht hatte, sehr schnell. In den darauf folgenden Jahren hatte Paderborn keinen Weihnachtsmarkt, lediglich einzelne Verkaufsstände in der Adventszeit zunächst am Westerntor, dann auf dem Königsplatz und schließlich in der Westernstraße. Doch die Paderbornerinnen und Paderborner wünschten sich einen „richtigen“ Weihnachtsmarkt im Schatten des Domes. 2002 hatte es Bürgermeister Heinz Paus dann geschafft, Schausteller zu gewinnen, die bereit waren, gemeinsam mit der Stadt das Experiment „Weihnachtsmarkt auf dem Marktplatz“ zu starten. Bei der Eröffnung des Weihnachtsmarkts 2002 am 27. November konnte Heinz Paus einen Markt vor einer malerischen Kulisse präsentieren, auf dem überwiegend Kunsthandwerker um einen riesigen Weihnachtsbaum ihre Stände aufgebaut hatten. Auch ein Kinderkarussell drehte wieder seine Runden, diesmal das Paderborner Pferdekarussell von Hartmut Nessel. Heute, sechs Jahre später, zählt der Paderborner Weihnachtsmarkt zu den attraktivsten Deutschlands. Mit dazu beigetragen hat die Verbindung von Traditionellem mit Modernem. Zu Räuchermännchen aus dem Erzgebirge und historischem Weihnachtsschmuck kommen die Lichtinszenierungen von Enjoy. Die Paderborner Lichtdesigner um Andreas Witt setzen den Paderborner Weihnachtsmarkt mit moderner LED-Technik ins richtige Licht, haben mit der Dom-Illumination und der Sternengasse unverwechselbare Markenzeichen kreiert, mit denen sich der Paderborner Weihnachtsmarkt von anderen deutlich absetzt und etwas Einmaliges bietet. Eröffnet wird der Paderborner Weihnachtsmarkt 2008 von Bürgermeister Heinz Paus am Mittwoch, 26. November, um 17 Uhr vor dem Historischen Rathaus. 101 Stände warten auf die Besucher, mehr als die Hälfte davon sind vor dem Dom aufgebaut.