Gegen Gewalt an Frauen
Mehr als 100 Teilnehmerinnen
674 Frauen wurden im Kreis Paderborn 2007 Opfer einer Körperverletzung. 202 Fälle häuslicher Gewalt weist die Kriminalstatistik der Paderborner Polizei für das letzte Jahr aus. 27 Frauen wurden im Kreis Paderborn 2007 Opfer einer Vergewaltigung. Diese Zahlen nannte die erste Polizeihauptkommissarin Irmgard Kurek beim dritten Politischen Frauenfrühstück im Rathaus. Diese Zahlen seien Beleg dafür, wie wichtig der Kampf gegen die Gewalt an Frauen sei, so Kurek. Sie moderierte die von 130 Frauen besuchte Veranstaltung, die im Rahmen des Gedenktages "Nein zu Gewalt an Frauen" von der Paderborner Gleichstellungsstelle gemeinsam mit dem Paderborner Arbeitskreis "Gewalt gegen Frauen" durchgeführt wurde. Anfangs setzten sich die Teilnehmerinnen in dieser Veranstaltungsreihe der Gleichstellungsstelle der Stadt mit der Frage auseinander, wie Gewalt gegen Frauen geschieht. Dabei wurde deutlich, dass die Formen sehr unterschiedlich sein können. Von subtiler Gewalt über Stalking, sexueller Belästigung bis hin zu offener Gewalt reicht die Bandbreite. Was kann gegen Gewalt an Frauen getan werden, war ein weiterer Diskussionspunkt. Aufmerksam gemacht wurde bei der Beantwortung dieser Frage unter anderem auf Selbstverteidigungskurse für Frauen, auf das Kooperationsprojekt "Häusliche Gewalt", auf Broschüren, wie "Schutz und Recht nach häuslicher Gewalt" und "Hilfe und Recht nach einer Vergewaltigung" sowie dem Vorschlag, Selbstbehauptungs- und Selbstverteidigungskurse in den Regelschulunterricht zu integrieren. Für ganz wichtig sahen es die Teilnehmerinnen an, dem Thema öffentlichen Nachdruck zu verleihen. Die Ausstellung, in der sich Prominente aus der Region dazu äußerten, warum sie "Nein zu Gewalt an Frauen" sagen, zählt ebenso dazu wie Info-Stände vor dem Rathaus oder öffentliche Proteste. Als deutliches Zeichen des Protestes wehte gestern am Paderborner Rathaus die Fahne mit der Aufschrift "NEIN - zu Gewalt an Frauen - Frei leben ohne Gewalt". Damit schloss sich die Stadt Paderborn der seit 2001 von TERRE DES FEMMES, Menschenrechte für die Frau, gemeinsam mit den Frauenbeauftragten und weiteren Institutionen initiierten bundesweiten Fahnenaktion an. Der Gedenktag geht zurück auf den 25. November 1960, als drei Schwestern wegen ihrer politischen Aktivitäten vom militärischen Geheimdienst der Dominikanischen Republik nach monatelanger Folter ermordet wurden.