Helfen, bevor etwas passiert
Mobbing war Thema beim Treffen des Jugendforums mit Bürgermeister Heinz Paus
Helfen, bevor etwas passiert. Das ist der Grundsatz von Marco de Luca. Der Sozialarbeiter des Jugendamtes der Stadt geht in Schulklassen, wenn sich Mobbing- oder Gewaltprobleme abzeichnen und versucht, Lösungen zu finden. Die Ausführungen de Lucas stießen auf großes Interesse bei den Mitgliedern des Jugendforums, die Bürgermeister Heinz Paus ins Rathaus eingeladen hatte. Drei bis viermal im Jahr möchte Paus so den Dialog mit den Schülersprechern aus den weiterführenden Paderborner Schulen sowie Jugendgruppen aus Sport, Kirche und Politik führen, um auch auf diesem Weg deren Interessen in die Kommunalpolitik einfließen zu lassen. "Wir setzen damit die Gespräche des Jugendforums fort und thematisieren das, was die jungen Leute interessiert", sieht Paus die Schüler als Ideengeber für die zu behandelnden Themen. Dass Mobbing durchaus ein Thema auch in Paderborner Schulen ist, bestätigte unter anderem Bezirksschülersprecherin Dilan Aytac vom Pelizaeus-Gymnasium. Gerade an Gymnasien gebe es mitunter geschickte Mobbingformen, die kaum jemand bemerke, so Aytac. Wie groß das Interesse an der von der Stadt angebotenen Hilfe bei solchen Problemen ist, wurde auch daran deutlich, dass im Nachgang der Veranstaltung eine ganze Reihe von Schülerinnen und Schülern das Gespräch mit Marco de Luca fortsetzten. Ein weiteres Thema, das die Schüler interessiert, sind die Schulbusse. Jonas Vischedyk, Vorstandsmitglied der Bezirksschüler/innenvertretung Paderborn, verwies auf den späteren Schulschluss und den darauf nicht abgestimmten Fahrplan. Bürgermeister Heinz Paus schlug vor, das nächste Treffen beim PaderSprinter durchzuführen und alle für den Schulbusverkehr Verantwortlichen mit an den Tisch zu holen. Zu Beginn hatte Heinz Paus den Anwesenden Paderborn mit all seinen Stärken und Reizen vorgestellt. Als besonderen Schwerpunkt machte Paus dabei die Integration aus. Mehr als 30.000 Menschen mit Zuwanderungsgeschichte lebten in der Stadt, so Paus. Die Stadt habe deshalb mit dem Projekt "KOMM IN" neue Möglichkeiten für die Integration aufgezeigt. Wie erfolgreich dies in den letzten Jahren funktioniert hat, berichtete Marcus Heidebrecht vom städtischen Integrationsbüro. Seit dem Sommer 2005 laufe dieses Integrationsprojekt mit dem Ziel, aus dem Nebeneinander ein koordiniertes Miteinander zu machen, so Heidebrecht. Thema in diesem Jahr sei "Migration und Wirtschaft". Dabei untersuche man die Situation der Unternehmen, die von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte geführt werden. Im Kreis Paderborn gebe es 3.000 solcher Unternehmer.