Eigentumswohnungen wieder mehr verkauft

Entwicklung des Paderborner Grundstücksmarktes im ersten Halbjahr

Insgesamt gleich bleibende Verkaufszahlen, ein steigendes Niveau bei Eigentumswohnungen und eine sinkende Zahl von schlüsselfertig erstellten und verkauften Ein- und Zweifamilienhäusern. Das sind Ergebnisse des Halbjahresberichtes, den der Gutachterausschusses für Grundstückswerte in der Stadt Paderborn jetzt erstmals vorlegte. Wie der Vorsitzende dieses von der Bezirksregierung bestellten unabhängigen Gremiums, Dipl.- Ing. Johannes Leßmann (50), betonte, sind dafür die drei Teilmärkte „unbebaute Grundstücke“, „bebaute Grundstücke“ und „Wohnungs- und Teileigentum“ ausgewertet worden. Wie bereits im letzten Jahr zu beobachten, sank die Zahl der Kauffälle von unbebauten Baugrundstücken für eine Ein- und Zweifamilienhausbebauung - diese Sparte umfasst auch Grundstücke für Doppelhaushälften und Reihenhäuser - auch im ersten Halbjahr 2008 weiter. Wurden im ersten Halbjahr 2007 noch 86 Kauffälle registriert, wurde im ersten Halbjahr 2008 nur noch 75 solcher Grundstücksverkäufe erfasst. Dies bedeutet auch gegenüber den Jahren 2000 bis 2006 einen nochmaligen Umsatzrückgang. Im ersten Halbjahr 2008 wurden 13 Kauffälle für eine Mehrfamilienhausbebauung registriert (erstes Halbjahr 2007: 12 Kauffälle). Erfreulich sind die Verkaufszahlen von Gewerbebaugrundstücken. Hier wurde bereits im ersten Halbjahr 2008 mit 12 Kauffällen der Umsatz des gesamten Jahres 2007 erreicht. Hierin sehen die Grundstücksmarktexperten jedoch lediglich eine Normalisierung, da im Jahr 2007 die niedrigsten Umsätze der vergangenen zehn Jahre in diesem Teilmarkt zu verbuchen waren. Die Preisentwicklung der unbebauten Wohnbaugrundstücke weist Unterschiede zwischen den Stadtteilen auf. Während die Preise in Paderborn und Wewer nahezu unverändert sind, sinken sie in Schloß Neuhaus und Elsen leicht. Für die kleineren Stadtteile liegen nicht genügend Kauffälle zur Ableitung einer Preisentwicklung vor. Über das gesamte Stadtgebiet lässt sich für das erste Halbjahr 2008 ein Preisrückgang bei Wohnbaulandgrundstücken durchschnittlich von etwa einem Prozent feststellen. Im ersten Halbjahr 2008 wurden im Ein- und Zweifamilienhausbereich 133 Kauffälle erfasst. Diese Zahl liegt geringfügig oberhalb des Umsatzes des ersten Halbjahres 2007. Bemerkenswert ist auch hier der weiterhin sinkende Anteil der schlüsselfertig erstellten und verkauften Ein- und Zweifamilienhäuser. Nur noch 26 derartiger Objekte sind in den 133 Kauffällen enthalten, verglichen mit 36 Neubauten im ersten Halbjahr 2007. Der Trend zur gebrauchten Immobilien ist also nach wie vor am Grundstücksmarkt erkennbar. Mit den 67 registrierten Kauffällen von Mehrfamilienhäusern wechselten ausschließlich gebrauchte Immobilien den Eigentümer. Damit setzen sich die bereits im Jahr 2007 hohen Umsätze im Mehrfamilienhausbereich (erstes Halbjahr 2007: 75 Kauffälle) auch im Jahr 2008 leicht abgeschwächt fort. Zur Preisentwicklung bebauter Ein- und Zweifamilienhausgrundstücke sind nur erste Einschätzungen möglich. Danach scheint es, dass Reihenhäuser im Preis unter Druck stehen. Hier sind durchgehend Preisrückgänge festzustellen. Bei Doppelhaushälften überwiegen dagegen eher geringe Preissteigerungen. Für Ein- und Zweifamilienhäuser lässt sich kein durchgehender Trend ableiten. Hier sind die Unterschiede in den wertbestimmenden Merkmalen „Lage“ und „Grundstücksgröße“ für die Preisentwicklung maßgeblich. „Wir können jeden Bürger hinsichtlich der Preise bebauter Immobilien durch eine anonymisierte Stichprobe aus unserem Kaufpreismaterial noch genauer informieren", so Johannes Leßmann. Auf dem Teilmarkt der Eigentumswohnungen ist der Abwärtstrend der vergangenen Jahre beim Umsatz gestoppt. Klammert man einen besonderen Vertrag über 137 Wohneinheiten aus, wurden immer noch 26 Prozent mehr Wohnungen als im ersten Halbjahr 2007 und ein um 13 Prozent höherer Geldumsatz registriert. Im Vergleich zum Jahr 2007 sind im ersten Halbjahr 2008 die Preise in der Baujahresklasse der über 20 Jahre alten Objekte um zehn Prozent gefallen. Bei etwa zehn Jahre alten Objekten sind die Preise bis zu zehn Prozent gestiegen, allerdings bei wenigen Kauffällen. Die Preise für alle anderen Baujahre, insbesondere Neubauten, sind nahezu stabil geblieben Weitere Infos dazu im Internet unter "www8.paderborn.de/gutachterausschuss".