100 Jahre Westfriedhof

Geschichte im Überblick

Bereits 1903 begannen die Planungen für einen zweiten kommunalen Friedhof im Westen Paderborns, nachdem die Bevölkerung weiter anwuchs und auf dem Ostfriedhof nicht genügend Platz vorhanden war. Schon die Überlegungen riefen in der Presse Empörung hervor, da der geplante Friedhof weit von der Innenstadt entfernt liegen sollte. Der Friedhof entstand dann aber noch auf Paderborner Gemarkung an der Ecke Riemekestraße/Roonstraße, der heutigen Erzbergerstraße. Die Friedhofskommission plante eine geometrische Anlage, die von einer Friedhofmauer aus Kalkbruchsteinen umgeben werden sollte. Bis 1907 wurden das Friedhofswärterhaus (heute Riemekestraße 130 an der Ampel), die Leichenhalle, die Zuwegung und das Gewächshaus errichtet. Am 21. Juni 1908 wurde der Westfriedhof durch den Probst der Gaukirche, Prälat Nacke, geweiht. Am 10. Juli 1908 wurden ein Kind und eine 73-jährige Frau als erste auf dem Westfriedhof beerdigt. Zunächst gab es nur die drei Felder, die je nach Gemeindezugehörigkeit belegt wurden. Der Ausbau des Friedhofs ging zunächst im geometrischen Stil weiter, ein Wandel im Friedhofsbild erfuhr der Westfriedhof von 1937 bis 1940, als die Entgitterung, der Abbau der Gitter oder Ketten der Wahlgrabstätten durchgeführt wurde. Die Erweiterung nach 1941 wurde im Stil des Waldfriedhofs mit geschwungenen Hauptwegen und schmalen, grasbewachsenen Seitenwegen bis an die Bebauung „Im Lohfeld“ durchgeführt. Eine erneute Erweiterung des Westfriedhofs wurde ab 1956 erforderlich. Die alte Friedhofsmauer wurde in Richtung Heinz-Nixdorf-Ring durchbrochen. In den folgenden Jahrzehnten wurde die dort ansässige Kleingartenanlage "verdrängt". Die Ausbaugröße des Friedhofs war erreicht. Heute stellt sich der Friedhof neben seiner eigentlichen Aufgabe als Bestattungsort auch als Parklandschaft dar. Mit seinem alten Baumbestand und den vielen Kleinstandorten, wie alte Friedhofsmauer, Heckenpflanzungen, Sonnen- und Schattenplätzen sowie extensiv gepflegten Randbereichen bietet er Tieren und Pflanzen in einer innerstädtischen Lage wichtige Lebensräume.