Großes Interesse bei Jahreskonferenz

Integrations-Projekt "KOMM-IN"

© Stadt Paderborn

„Die kontinuierlich steigende Anmeldezahl zur Jahreskonferenz Integration ist ein Indiz dafür, dass sich Paderborn im Juli 2005 mit dem KOMM-IN Prozess auf den richtigen Weg gemacht hat“, so der stv. Bürgermeister Dietrich Honervogt. Bei der Eröffnung der Jahreskonferenz Integration lobte er das große Interesse und das Engagement aller Beteiligten. Mit über 170 Anmeldungen habe man so viele wie noch nie verzeichnen können. Die Konferenz, die nach dem Beschluss des Rates der Stadt Paderborn jährlich durchgeführt wird, fand traditionell in der Friedrich-von-Spee-Gesamtschule am Kaukenberg statt. Das von der Stadt Paderborn 2005 initiierte "KOMM-IN"-Projekt hat sich zu einem dauerhaften Prozess der kommunalen Integrationsarbeit entwickelt. Ziel ist es hierbei, die entwickelten Ideen und Prozesse langfristig umzusetzen. Vor Vertretern aus Verwaltung, Politik, Wohlfahrtsverbänden, sozialen Diensten, Kindergärten, Schulen, Kirchen, Vereinen und Gruppen wurden die Ergebnisse der städtischen Integrationsarbeit vorgestellt. So wurde über den aktuellen Einbürgerungstest diskutiert und deutlich gemacht, wie wichtig es ist die Vorbereitungskurse zu besuchen und welche bedeutende Rolle die Sprache im Alltag von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte in Deutschland spielt. Die Arbeitsgruppe „Kultureller Austausch“ plant in der nächsten Zeit eine Webseite zu veröffentlichen, die sich rund um das Thema kultureller Dialog dreht und einen „Runden Tisch an dem es leise zu geht!“ mit dem Ziel, die Kommunikation und den Dialog zwischen allen Beteiligten zu fördern. In der Arbeitsgruppe „Ehrenamt und Migration“ befindet sich derzeit ein Patenschaftsmodell in einer ersten Versuchsphase. Drei Migrantenfamilien und drei Paten, die jeweils als Großvater bzw. Großmutter agieren, wagen den kulturellen Austausch auf einer ganz persönlichen Ebene. Nachdem sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Gruppe „Wohnen“ Fragen zur Verteilung des Wohnraumes in Paderborn gestellt haben, werden sie sich im kommenden Jahr mit der Frage nach dem Wohnen im Alter beschäftigen. Die Mitglieder der Gruppe „Schulische und berufliche Bildung“ haben eine interkulturelle Fortbildung für Lehrerinnen und Lehrer sowie einen Moscheebesuch im vergangenen Jahr durchgeführt. Als Vorsitzender des Vereins Türkisch-Islamische Gemeinde zu Paderborn e.V. begrüßte auch Nafiz Yasar alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Jahreskonferenz. Er sieht Integration als einen Prozess an, der von beiden Seiten ausgehen muss und der vor allem viel Geduld, Zeit und Vertrauen benötigt. Mit einem Impulsreferat zum Thema „Migration und Wirtschaft – was können wir voneinander lernen?“ beleuchtete der stv. Vorsitzende des Russlanddeutschen Unternehmerverbandes e.V., Roland Sperling, aktuelle Statistiken zur selbständigen Tätigkeit von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte, insbesondere aus der ehemaligen Sowjetunion. Für Sperling persönlich bedeutet Integration die vorhandenen Ressourcen zu nutzen und Eigenverantwortung zu übernehmen. In der Abschlussrunde dankte der Vorsitzende des Migrationsbeirates, Engin Sakal, insbesondere den aktiven Mitgliedern der Arbeitsgruppen, ohne deren Einsatz der "KOMM-IN"-Prozess nicht diesen Erfolg hätte. Er zeigte sich äußerst positiv beeindruckt über die hohe Zahl der Anmeldungen zu dieser Konferenz, die er auch mit der engagierten Arbeit des Integrationsbüros der Paderborner Stadtverwaltung in Verbindung brachte. Gleichzeitig fordert er aber die vielen Vereine auf, sich noch stärker einzubringen. Die Veranstaltung endete mit einem gemeinsamen Fastenbrechen für alle Konferenzteilnehmer. Weitere Informationen gibt es im Internet unter der Adresse "www.paderborn.de/integration".