Raritäten aus der Sahara
Ausstellung beginnt am Freitag im Neuhäuser Marstall
Raritäten aus der Sahara sind ab Freitag, 3. April, im Neuhäuser Marstall zu sehen. Bis zum 30. Juni zeigen das Historische Museum und das Naturkundemuseum im Marstall in einer Gemeinschaftsausstellung in Zusammenarbeit mit Hans-Joachim Nachtmann Objekte aus der Archäologie, Ethnologie und Naturgeschichte der Sahara. Hans Joachim Nachtmann, bekannt durch die im Marstall präsentierte Glas- und Keramiksammlung sowie der Neuhäuser Schlossgrabenfunde, verfügt über eine umfangreiche nordafrikanische Raritätensammlung, die erstmals präsentiert wird. Die Ausstellung wird am Freitag um 19 Uhr eröffnet. Ein umfangreiches Führungs-, Film- und Märchenerzählprogramm begleitet die Ausstellung und für Kinder und Jugendliche steht ein kostenloser Rallyebogen zur Verfügung, mit dem die Ausstellung erkundet werden kann. Vielfältige Landschaftsformen und spektakuläre Naturphänomene prägten über Jahrtausende das Leben der Menschen im Gebiet der Sahara. Hans Joachim Nachtmanns eindrucksvollen Funde - Schmuck, Gefäße, Pfeilspitzen, Fotos von in den Felsen geritzten Bildern, aber auch Knochen und Versteinerungen - erzählen von einer prähistorischen Zeit, als die Sahara nicht nur für die Menschen, sondern auch für Pflanzen und Tiere gute Lebensbedingungen bot. Erst das Wachsen der Wüstengebiete ließ die menschlichen Behausungen zu grünen Inseln werden, die schließlich in Staub und Sand verschwanden. Eine Reise – mit dem Motorroller „Heinkel Tourist“ und teilweise per Schiff – führte Hans Joachim Nachtmann 1963 durch Jugoslawien, Griechenland, Ägypten, Libyen, Tunesien und Italien. In Libyen konnte er damals an einer Ausgrabung teilnehmen. Ein Jahr später führte ihn die Hochzeitsreise mit seiner Frau Ingrid erneut auf „antike Spuren“. Und so hielt es dann das Ehepaar Nachtmann auch in den folgenden Jahren und so halten sie es bis heute: Im Urlaub werden Gebiete in südlichen Ländern besichtigt, viel fotografiert und manches schöne und wertvolle Sammlungsobjekt erworben. Die bereits erwähnte Reise mit dem Motorroller durch das Land der Pharaonen im Jahr 1963 wurde für Hans Joachim Nachtmann zum Schlüsselerlebnis. Damals faszinierte ihn die Kulturgeschichte der benachbarten Wüstenvölker, und er besucht seitdem immer wieder die Saharaländer. Inzwischen verfügt er über profunde Kenntnisse seines Sammlungsgebietes und weiß darüber viel Spannendes zu berichten. Die Sahara hat eine „grüne“ Vergangenheit, deren faszinierende Spuren in dem riesigen Gebiet zwischen Atlantik und Nil, zwischen Atlasgebirge, Mittelmeer und der Sahelzone meist abseits der gängigen Touristenrouten in entlegenen und schwer zugänglichen Regionen zu entdecken sind. Es ist eine Welt, die - geformt von Millionen Jahren Erdgeschichte und gewaltigen Kräften dramatischer Klimaänderungen - auch heute noch reichlich Rätsel aufgibt. Anhand einiger Tierpräparate – Leihgaben des Westfälischen Museums für Naturkunde in Münster - werden als Ergänzung einige der tierischen Überlebenskünstler der Sahara vorgestellt. Hans - Joachim Nachtmann führt am Sonntag, 5. April um 11 Uhr durch die Ausstellung. Weitere Führungen mit ihm finden am 19. April, 3., 24. Mai, 7. Juni jeweils um 11 Uhr , am 17. Mai und 28. Juni jeweils um 15 Uhr statt. Der Eintritt für diese Ausstellung ist frei. Sie ist täglich, außer montags, von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Gruppen werden gebeten, ihren Besuch vorab anzukündigen (Tel.: 05251 - 881052, www.paderborn.de/historischesmuseum, www.paderborn.de/naturkundemuseum.