Wir fühlen mit den Angehörigen

Trauer bei der Paderborner Feuerwehr nach schwerem Unfall

Die Fahnen vor allen Paderborner Feuerwachen wehen auf Halbmast. Die Einsatzfahrzeuge der Paderborner Feuerwehr tragen Trauerflor. Stunden nach dem schweren Unfall auf der Kreuzung Warburger Straße/Südring sind nicht nur die Kameraden der Paderborner Feuerwehr über den Tod ihres 48jährigen Kollegen geschockt. "Wir fühlen mit den Angehörigen der drei Unfallopfer, ihnen gilt unsere Anteilnahme", sagt der für die Feuerwehr zuständige Technische Beigeordnete Martin Lürwer. Lürwer besuchte am Freitag gemeinsam mit Feuerwehrchef Ralf Schmitz die Angehörigen des toten Feuerwehrmannes, um ihnen die tiefe Anteilnahme der Stadt zu diesem tragischen Tod auszusprechen. Freitagnacht gegen ein Uhr war auf der Kreuzung Warburger Straße/Südring ein mit fünf Personen besetztes Taxi mit einem auf einer Einsatzfahrt nach Dahl befindlichen Drehleiterwagen der Paderborner Feuerwehr zusammengestoßen. Dabei waren drei Tote, sieben Schwerverletzte und zwei Leichtverletzte zu beklagen. Acht Notärzte und neun Krankenwagen waren im Einsatz. Inzwischen sind zwei Schwerverletzte in Spezialkliniken nach Bielefeld und Bochum verlegt worden. Einzelheiten zum Unfall im Folgenden aus dem Bericht der Paderborner Polizei: "In der Freitagnacht stieß gegen 01.00 Uhr in Paderborn auf der Kreuzung Warburger Straße/Südring ein mit fünf Personen besetztes Taxi mit einem auf einer Einsatzfahrt befindlichen Leiterwagen der Paderborner Feuerwehr, der mit drei Feuerwehrmännern besetzt war, zusammen. Zwei weitere Pkw, in denen jeweils zwei Personen saßen, wurden ebenfalls in den Unfall verwickelt. Der Leiterwagen der Feuerwehr fuhr gegen 1 Uhr mit Blaulicht und Martinshorn vom Südring kommend weiter in Richtung Ludwigsfelder Ring zu einem Brandort, während aus Richtung Lichtenau gleichzeitig das mit fünf Personen besetzte Taxi kam. Im Kreuzungsbereich Südring/Warburger Straße stießen beide Fahrzeuge zusammen. Durch den Aufprall schleuderte der Feuerwehrwagen gegen einen Ampelmast, riss ihn aus der Verankerung und zog ihn mit sich. Das schwere Fahrzeug schleuderte über die Kreuzung auf die entgegen gesetzte Fahrspur, kollidierte mit einem dort befindlichen Toyota und einem Ford, kam schließlich auf der Seite zum Liegen und fing im Heckbereich Feuer. Das Taxi wurde durch den Aufprall nach rechts eine Böschung hinuntergeschleudert. Schnell herbeigeeilte Helfer, Polizeibeamte und Rettungskräfte kümmerten sich sofort und intensiv um die verunglückten Personen. Aufgrund seiner schweren Verletzungen starb ein 46jähriger Mann, der auf dem Rücksitz des Taxis saß, noch an der Unfallstelle. Seine ebenfalls hinten sitzende 40 Jahre alte Ehefrau starb später im Krankenhaus. Auch ein 48jähriger Feuerwehrmann, der Beifahrer im Leiterwagen der Feuerwehr, erlag in einem Paderborner Krankenhaus seinen tödlichen Verletzungen. Die beiden anderen Feuerwehrmänner (31 und 21 Jahre alt) wurden schwer verletzt und werden in Paderborner Krankenhäusern stationär behandelt; Lebensgefahr besteht bei beiden Männern nicht. Lebensgefährliche Verletzungen erlitt dagegen der Taxifahrer (43 Jahre); zwei weitere Insassen des Taxis, von denen ein 47jähriger Mann auf dem vorderen Beifahrersitz und ein 56jähriger auf dem Rücksitz saß, wurden schwer verletzt. Im Toyota, mit dem der Feuerwehrwagen zusammen geprallt war, wurden zwei junge Männer im Alter von 18 und 17 Jahren schwer verletzt und Krankenhäusern zugeführt. Leicht verletzt wurden der 38jährige Insasse des Ford und seine 36jährige Frau, die beide nach ambulanter Behandlung aus dem Krankenhaus entlassen werden konnten. Der Unfallort wurde weiträumig abgesperrt. Noch in der Nacht nahm ein Sachverständiger seine gutachterliche Arbeit auf, um den Unfallhergang genau zu ergründen. Die überaus komplexe Spurenlage wird ihn auch in den nächsten Tagen noch intensiv beschäftigen, bis er ein endgültiges Gutachten abgeben und die Schuldfrage klären kann. Zur Betreuung der Zeugen und Helfer, insbesondere aber der Angehörigen, waren die Paderborner Notfallseelsorger intensiv eingebunden.