Mit Handlungskonzepten fit für die Zukunft

Paderborner Innenstadt, Schloß Neuhaus und die Stadtheide sind Schwerpunkte

© Stadt Paderborn

Wie sollen sich die Paderborner Innenstadt, Schloß Neuhaus und die Stadtheide entwickeln? Wo liegen die Probleme? Was muss verändert werden? Was gilt es auszubauen? Fragen, auf die die Stadt Paderborn jetzt mit so genannten integrierten Handlungskonzepten Antworten geben will. Diese Konzepte sind nicht nur wichtige Voraussetzung, um für bestimmte Vorhaben noch Fördergelder von Bund und Land zu bekommen, sondern sie sollen eine abgestimmte und sinnvolle Entwicklung für den jeweiligen Stadtteil ermöglichen. "Unser Ziel ist es, damit die Innenstadt und die beiden Ortsteilzentren Schloß Neuhaus und die Stadtheide zu stärken, sie für die Zukunft lebens- und liebenswert zu gestalten", sieht Martin Lürwer, Technischer Beigeordneter der Stadt die Absicht dieser Handlungskonzepte. Alle Konzepte sollen in engem Zusammenwirken mit den Bürgerinnen und Bürgern, Gewerbetreibenden und Immobilieneigentümern erarbeitet werden. "Wir wollen nichts überstülpen, sondern die Ausgangslage analysieren und darauf aufbauend gezielte Maßnahmen vorschlagen, die dazu beitragen, dass sich die Menschen im jeweiligen Stadtteil wohler fühlen", sieht Projektleiterin Andrea Deppe eine wichtige Voraussetzung zum Gelingen dieser Vorhaben. Deshalb ist auch eine ganze Reihe von Maßnahmen geplant, um eine breite öffentliche Beteiligung zu sichern. In Schloß Neuhaus soll ein Quartierbüro eingerichtet werden, in dem ab Mitte Mai das beauftragte Stadtentwicklungsbüro PLANPOOL über den Stand der Arbeiten informieren wird. In der Stadtheide soll am 27. Mai um 18 Uhr in der Bonifatiusschule eine Bürgerkonferenz stattfinden, in der die Ergebnisse der Bestandsaufnahme sowie erste Ideen und Maßnahmen vorgestellt werden sollen. Die Zeitpläne bei allen drei Handlungskonzepten sind sehr ehrgeizig. Noch vor den Sommerferien sollen Grobkonzepte vorliegen, die dann noch in diesem Jahr von den parlamentarischen Gremien beschlossen werden sollen. Bestandteile des integrierten Handlungskonzeptes der Innenstadt sind beispielsweise der Königsplatz mit dem Schwerpunkt Einzelhandel, das Paderquellgebiet als besonderer Stadtbild prägender Bereich und die "grüne Lunge" und die Umgestaltung des Domplatzes sowie das Konzept "Wohnen in der Innenstadt". Am Königsplatz wird zurzeit eine Bestandsaufnahme von Fachplanern durchgeführt, die in einem offenen Beteiligungsverfahren der betroffenen Anlieger begleitend moderiert wird. Die Ergebnisse sollen dann Grundlage für ein anschließendes Wettbewerbsverfahren zur Aufwertung der Aufenthaltsbereiche und Verbesserung der Einzelhandelssituation des Königsplatzes sein. Für das westliche Paderquellgebiet, das ein in die Denkmalliste eingetragenes Gartendenkmal ist, wird derzeit ein Parkpflegewerk erstellt. Weitere Möglichkeiten zur Aufwertung und kulturellen Nutzung liegen im Bereich des Haxthausenhofes und der Paderhalle. Die Entwicklung und Neugestaltung des Domplatzes ist in einem kooperativen Wettbewerbsverfahren mit Beteiligung der Öffentlichkeit geplant. Auf Grund der Vielzahl und Vielfalt an Veranstaltungen wird hier eine Neugestaltung und Aufwertung angestrebt, die der historischen Bedeutung des Ortes ebenso wie den flankierenden Bauwerken gerecht wird. Wie muss der Einzelhandels- und Gewerbestandort verändert werden, um in Zukunft eine qualitativ hochwertige Versorgung seiner Bewohner zu gewährleisten? Das ist eine Frage, mit der sich das Neuhäuser Handlungskonzept befasst. Bis Anfang Juni will das von der Stadt beauftragte Stadtentwicklungsbüro PLANPOOL aus Epstein in Hessen erste Ergebnisse sowie Strategien für die Umsetzung des Konzeptes vorlegen. Zuvor sollen nach einer umfassenden Bestandsaufnahme "Experteninterviews" mit öffentlichen und privaten Stadtteil-Akteuren durchgeführt werden. Anschließend werden in Workshops konkrete Maßnahmen und Projekte formuliert, die insgesamt das integrierte Handlungskonzept für Schloß Neuhaus bilden. Nachdem im vergangenen Jahr ein städtebaulicher Rahmenplan für die Stadtheide erarbeitet worden war, sollen nun mit dem Handlungskonzept auch die sozialen, infrastrukturellen und ökonomischen Qualitäten sowie die bestehenden Probleme herausgearbeitet werden. Ziel ist auch hier, ganzheitliche präventive Strategien für die Entwicklung der Stadtheide festzulegen. Das Konzept wird vom Büro für Stadt- und Regionalplanung Dr. Jansen GmbH erarbeitet.