Katzengleich und kraftvoll
Nicole Steinhauer macht Karate ohne blaue Flecken
"Je länger man Karate macht desto schöner wird es", so schwärmt Nicole Steinhauer und genau deswegen betreibt die Standesbeamtin diesen Sport schon seit 23 Jahren. Mit 14 Jahren und als Schülerin einer reinen Mädchenschule ist Karate genau die richtige Sportart, um das Selbstbewusstsein gegenüber den ebenfalls pubertierenden Jungen zu stärken. Und wenn man dann noch zwei Mal Landesmeister mit der Kumite-Mannschaft wird und sogar den zweiten Platz bei der deutschen Meisterschaft belegt, bekommt man die Ausstrahlung eines richtigen Kampfsportlers. Noch vor dem Eintritt in die Karateabteilung des SC Grün-Weiß Paderborn machte Nicole Steinhauer schon erste Kampfsporterfahrungen beim Judo. Doch Karate gefällt ihr eindeutig besser: "Beim Judo wurde man immer so am Anzug gepackt, über die Matte gezogen und unsanft geworfen. Das war nichts für mich", sagt sie. Ihr gefallen die Faustschläge und Fußtritte. Das hört sich schmerzhaft an, werden die meisten jetzt denken. Doch das ist es nicht. Zum einen steht Karate für den Kampf mit der leeren Hand, also nur mit dem eigenen Körper und ohne Waffen. Zum anderen betreibt Nicole die Stilrichtung Shotokan, die nicht zu den Vollkontakt Kampfsportarten gehört. Ein Kampfsport ohne Treffer scheint für die meisten jetzt langweilig zu sein, doch Nicole erklärt, dass sich gar nicht alles um den Kampf dreht: "Mich begeistert das gute Körpergefühl, was man dabei lernt, der extreme Gleichgewichtssinn, und der Einsatz des gesamten Körpers." Außerdem kann Nicole bei diesem Sport gut vom Alltag abschalten, weil sie sich extrem auf sich und ihren Trainingspartner konzentrieren muss. "Beim Karate muss man sich schnell wie eine Katze und kraftvoll bewegen. Es ist ein Wechselspiel zwischen Muskelanspannung und –entspannung", so Nicole Steinhauer. Der Reiz der Sportart liege auch darin, dass man nie auslernt und immer wieder Feinheiten in der Bewegung verbessert werden können. In den 23 Jahren als Karateka hat sie ihre Bewegungen soweit verbessert, dass sie als Trainerin in ihrem Verein arbeitet. Dafür qualifiziert hat sie sich unter anderem mit ihren drei schwarzen Gurten. Nach einigen Kindergruppen trainiert sie heute die Anfänger ab 35 Jahren. Alle Interessierten können nach den Sommerferien mittwochs ab 20 Uhr in der Reismann-Halle einen neuen Kurs beginnen oder sich vorab schon im Internet unter www.karate-paderborn.de informieren.