Aktuelles zur Schlossforschung - Rechtzeitig zu Weihnachten im Marstall

Historisches Museum im Marstall stellt neueste Forschungsergebnisse vor

Im Historischen Museum im Marstall von Schloß Neuhaus wurde unter dem Titel „Schlossforschung Aktuell“ ein neuer Ausstellungsbereich eingerichtet. Ziel ist es, zeitnah über neueste Ergebnisse der Schlossforschung zu informieren. Als erstes Thema wird die Entdeckung eines untergegangenen Marstalls des Schlosses Neuhaus vorgestellt, den Dr. Norbert Börste schon in einem Testament Fürstbischofs Ferdinand von Fürstenerbergs (1661-1683) archivalisch 2004 in Schloß Herdringen nachgewiesen hatte. Nun gelang auch der der historische Nachweis durch Gregor G. Santel, bekannt durch zahlreiche Publikationen zur Neuhäuser Schloßgeschichte. Nach dem Abriss eines 1956 an der Rückseite der Schlosswache angebauten Transformatorenhauses im Juli 2009 wurde von der Stadtarchäologíe in 1,18 Meter Tiefe ein Fundamentwinkel entdeckt, dessen Ausmaße auf ein Gebäude mit „außergewöhnlichen Dimensionen“ schließen ließ. Als im Fundamentmauerwerk das Grabungsteam neben Scherben aus jüngerer Zeit eine Schwarzbrandscherbe aus der Zeit zwischen 1300 und 1450 entdeckte, wurde in der Presse über „Grüße aus dem Mittelalter“ berichtet. Mit Hilfe von historischem Kartenmaterial und anderen archivalischen Quellen gelang es Gregor G. Santel, das zu den Fundamentresten passende Gebäude ausfindig zu machen. Es handelte sich um den Marstall, den Fürstbischof Dietrich Adolf von der Reck in der Zeit zwischen 1650 und 1661 errichten ließ. Gregor G. Santel identifizierte in der Theologischen Fakultät auf dem Gemälde „Schloß Neuhaus“ des Hofmalers Carl Ferdinand Fabritius aus dem Jahr 1664 das imposante Gebäude. Die Infotafeln der Ausstellung wurden von Gregor G. Santel mit Unterstützung des Förderkreises Historisches Museum im Marstall von Schloß Neuhaus e. V., Mitarbeitern der Museen im Marstall und des Vermessungsamtes der Stadt Paderborn erstellt. Neben den text- und bildlichen Informationen sind Fundstücke der Grabung und frisch restaurierte Schlossgräftenfunde im Eingangsbereich der Sammlung Nachtmann ausgestellt. Der Eintritt ist frei. Geöffnet ist die Ausstellung folgendermaßen: dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr. Öffnungszeiten zu den Feiertagen: Heiligabend und 1. Weihnachtsfeiertag geschlossen, 2. Weihnachtsfeiertag von 10 bis 18 Uhr geöffnet, Silvester geschlossen, Neujahr von 13 bis 18 Uhr geöffnet.