Damit sich der Einzelhandel entwickeln kann
Paderborner Einzelhandels- und Zentrenkonzept vorgestellt
"Es geht nicht darum, den Einzelhandel zu reglementieren, sondern ihm Entwicklungsmöglichkeiten zu geben." Für Ferdinand Klingenthal ist das ein Grund, dem Paderborner Einzelhandels- und Zentrenkonzept zuzustimmen. Der Vorsitzende des Einzelhandelsverbandes Ostwestfalen-Lippe machte bei der Vorstellung des Konzeptes im Paderborner Rathaus genauso wie Klaus Bruns, Vorsitzender der Werbegemeinschaft, Jürgen Behlke, Leiter der IHK Paderborn und Henning Oberheide, Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes deutlich, wie wichtig ein solches Konzept für Paderborn ist. Vor mehr als 100 Zuhörern hatte Martin Lürwer eingangs die grundlegende Absicht des Papiers erläutert. "Wir müssen den Bedeutungsverlust der Innenstadt zum Vorteil der 'Grünen Wiese' stoppen und die Attraktivität der Innenstadt und der Stadtteilzentren stärken", so der Technische Beigeordnete der Stadt Paderborn. Ein Einzelhandelskonzept solle nicht den Wettbewerb verhindern, sondern für einen Ausgleich von Einzelinteressen und gemeindlichen Zielen sorgen, Planungssicherheit für zukunftsweisende Stadtentwicklungsentscheidungen sowie Rechtssicherheit für alte und neue Investoren garantieren, nannte der Dortmunder Planungsexperte Stefan Kruse weitere Gründe für ein solches Konzept. Er hatte mit seinem Partner Andreé Lorenzen den Entwurf des Konzeptes zu Papier gebracht. Erarbeitet wurden die Eckpunkte von einer Expertengruppe. Ihr gehörten auch die Spitzen des Einzelhandelsverbandes, der IHK, der Werbegemeinschaft, der Wirtschaftsförderungsgesellschaft sowie die Dortmunder Gutachter Stefan Kruse und Andreé Lorenzen an. Gestützt auf neue landesrechtliche Vorgaben möchte Paderborn dem Einzelhandel mit einem klar gegliederten Zentrenmodell Orientierung und Zukunftsperspektiven geben. Darin sind mit der Innenstadt, den Stadteilzentren (Schloß Neuhaus und Elsen), Grundversorgungszentren (z.B. Wewer, Dr.-Rörig-Damm, Riemekestraße) und Nahversorgungszentren (z.B. Marienloh, Dahl, Hardehauser Weg) schützenswerte zentrale Versorgungsbereiche ausgewiesen. Ergänzt werden diese von Sonderstandorten des Einzelhandels (z.B. Frankfurter Weg, Südring-Center, Dören, Detmolder Straße) und Nahversorgungsstandorten. Eine Paderborner Sortimentsliste berücksichtigt die Ist-Situation und perspektivische Überlegungen. Sie legt zentrenrelevante und nicht zentrenrelevante Sortimente fest. Danach sind Einzelhandelsbetriebe mit nahversorgungsrelevanten Hauptsortimenten künftig nur noch im Hauptgeschäftsbereich der Innentadt, in den Stadtteil-, Grund- und Nahversorgungszentren sowie ausnahmsweise zur wohnortnahen Grundversorgung zulässig. Einzelhandelsbetriebe mit zentrenrelevanten Hauptsortimenten sind zukünftig nur noch im Hauptgeschäftsbereich der Paderborner Innenstadt sowie eingeschränkt in den Stadtteilzentren sowie in den Grund- und Nahversorgungszentren möglich. Großflächiger Einzelhandel mit nicht zentrenrelevanten Hauptsortimenten wird in der Zukunft vorrangig im Hauptgeschäftsbereich der Innenstadt und an dafür vorgesehenen Sonderstandorten angesiedelt.