Vortrag zum Abschluss
Ausstellung "Ausgegrenzt - Ausgelöscht"
„Unsere vergessenen Nachbarn? – Jüdisches Schicksal in Paderborn seit 1933" heißt der Vortrag zum Abschluss der Ausstellung "Ausgegrenzt - Ausgelöscht" von Dr. Margit Naarmann. Sie wird ihn am Mittwoch, 18. Februar, um 19 Uhr im Museum für Stadtgeschichte im Adam- und Eva-Haus halten. Der Eintritt ist frei. Die Ausstellung ist noch bis Sonntag, 22. Februar, zu sehen. Die Geschichte der Paderborner Juden ist ein nicht zu übersehender Teil der Geschichte unserer Stadt. Wie auch anderswo erzwang Gewalt auch hier das Ende der jüdischen Gemeinde Paderborn. So bleibt die Frage unbeantwortet, wie sich unser städtisches Leben unter weiterer Mitwirkung der Paderborner Juden entwickelt hätte. Dass die Mitglieder der untergegangenen jüdischen Gemeinde für die jetzigen Bewohner der Stadt, in der sie einmal gelebt haben, Namenlose sind, liegt an ihrer Vertreibung und Vernichtung in der NS-Zeit. Während sich die Geschichte der Paderborner Juden zu manchen Zeiten von der anderer jüdischen Gemeinden in Deutschland unterscheidet, schwinden diese Unterschiede für die Jahre 1933 bis 1945 gänzlich dahin: Der jüdische Leidensweg wurde zum allgemeinen Schicksal nicht nur der Paderborner und der gesamten deutschen Juden, sondern fast aller europäischen Juden. In ihrem Vortrag wird Margit Naarmann das Schicksal der etwa 300 jüdischen Einwohner Paderborns in den Jahren 1933 bis 1945 nachzeichnen. Vor dem Hintergrund des Geschehens auf Reichsebene wird sie die antijüdische NS-Politik in unserer Stadt anhand konkreter Fälle aus ihren langjährigen Forschungen darstellen und auch auf den Prozess der Erinnerung in Paderborn eingehen. "Ausgegrenzt - Ausgegrenzt" ist eine Kooperation vom Museum für Stadtgeschichte und vom Verein für Geschichte an der Universität Paderborn. Fast 7000 Besucher fanden den Weg in die Ausstellung. Sie wurde maßgeblich von der NRW-Stiftung gefördert.