Als das Wünschen noch geholfen hat
Märchen-Illustrationen aus zwei Jahrhunderten im Kreuzgang der Städtischen Galerie
"Als das Wünschen noch geholfen hat" lautet der Titel einer Ausstellung, die jetzt im Kreuzgang der Städtischen Galerie Am Abdinghof eröffnet wurde. Noch bis zum 19. April kann man mit den Illustrationen aus zwei Jahrhunderten in die Märchenwelt der Brüder Grimm eintauchen. Die vom Brüder Grimm-Museum Kassel zusammengetragene Ausstellung zeigt mehr als 100 Bilder aus zwei Jahrhunderten und gibt damit einen Überblick über die Entwicklung der Märchenillustration vom Anfang des 19. Jahrhunderts bis heute. Das Forum für Kunst und Spiel lädt Kindergärten und Schulklassen mit einem museumspädagogischen Programm zu einer Reise in die Märchenwelt der Brüder Grimm ein. Information und Anmeldung bei Dagmar Gorny und Johanna Rebbe-Wulf, Telefon 05251/8823501 oder 8823503, E-mail: d.gornypaderbornde Bebilderungen waren es, die die Märchensammlung der beiden gelehrten Brüder im 19. Jahrhundert populär machten. War die erste, 1812 erschienene Ausgabe der Kinder- und Hausmärchen noch unbebildert gewesen und hatte kaum Käufer gefunden, fanden die niederländische wie die englische Übersetzung wesentlich mehr Absatz aufgrund ihrer Bebilderungen. Daraufhin baten die Brüder Jacob und Wilhelm ihren jüngeren „Malerbruder“ Ludwig Emil Grimm um Illustrationen für ihr Buch. Damit traten die Kinder- und Hausmärchen ihren am Anfang ungeahnten und bis heute noch anhaltenden Siegeszug an. Die Entwicklung der Reproduktionstechniken in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und die Möglichkeiten des Farbdrucks trugen dazu bei, dass besonders nach Ende der Urheberschutzfrist für die Kinder- und Hausmärchen 1893 zahllose Verlage illustrierte Märchenbuchausgaben auf den Markt brachten. Für die „Volks-märchen“ entstand eine eigene Bildtradition.