Vortrag
Musikpolitik und Progaganda in der NS-Zeit
Um Musikpolitik und Propaganda in der NS-Zeit geht es in einem Vortrag im Rahmen der Ausstellung "Ausgegrenzt-Ausgelöscht" am Mittwoch, 4. Februar, um 19 Uhr, im Museum für Stadtgeschichte im Adam und Eva-Haus. Referent ist Prof. Dietmar Klenke vom Lehrstuhl für Neue und Neueste Geschichte und Didaktik der Geschichte der Universität Paderborn. Lange Zeit ist die propagandistische Bedeutung der Musik für die Durchsetzung und Sicherung der NS-Diktatur unterschätzt worden. Dabei erweist sich Musik in jeder Gesellschaft als bedeutsame, wenn auch häufig verkannte Gefühlsschleuse für politische Botschaften. An welche Inhalte die Nationalsozialisten dabei dachten, unterstreicht ihr Begriff "stählerne Romantik", den sie als ästhetisches Leitbild dem breitgefächerten Musikleben aufzuzwingen versuchten. Merkwürdig mutet die Zurückhaltung an, die sich das NS-Regime auferlegte, wenn es um die Propagierung antisemitischer Inhalte im Lied- und Chorgesang ging. Wie virtuos die Nationalsozialisten auf der musikpolitischen Klaviatur zu spielen wussten, wird der Vortrag mit zahlreichen Hörbeispielen verdeutlichen.