Der große Spaß der kleinen Forscher

Städtische Kindertagesstätten widmen sich Naturwissenschaften

Wenn Timo, Carlo, Max, Tom und Noah um die mit Mehl gefüllte Schüssel sitzen, wollen sie nicht etwa einen Kuchen backen. Timo streicht das Mehl noch einmal glatt, Noah guckt gespannt auf Carlo und der lässt die Kartoffel ins Mehl fallen. Das Mehl staubt, die Jungen sehen fast aus wie Bäcker und der Spaß kennt keine Grenzen. Doch als der Mehlstaub verflogen ist, nehmen die jungen Forscher vom Kindergarten Greitelerweg die Mehlschüssel noch einmal genau unter die Lupe. Die Kartoffel hat ein Riesenloch ins Mehl gerissen. Das sieht fast so aus, wie die Landschaft auf den Fotos von der Mondoberfläche, die ihnen ihre Erzieherin zuletzt gezeigt hatte. "Und genau das ist gewollt", sieht Tanja Wentzel das Experiment als gelungen an. Die Erzieherin, die seit einigen Monaten auch als Trainerin für die bundesweite Initiative "Haus der kleinen Forscher" arbeitet, freut es immer wieder, wenn die Kinder mit Eifer bei der Sache sind und ihre Neugier sie vorantreibt. Sie macht außerdem Erzieherinnen weiterer städtischer Kindergärten fit, um auch dort solche Experimente durchführen zu können. Bis zum Jahresende sollen bundesweit 10.000 Kindergärten bei dieser Aktion mitmachen. Wie Dr. Marcus Berg, Koordinator des Lokalen Netzwerkes Paderborn, weiter mitteilt, haben sich derzeit 74 Kindergärten aus dem Kreis Paderborn dieser Initiative angeschlossen. "Es geht um das spielerische Erforschen von Alltags-Phänomenen mit ganz gewöhnlichen Dingen, wie Strohhalmen, Knete oder Luftballons", so Berg, der ein wachsendes Interesse am "Haus der kleinen Forscher" ausmacht. Für Renate Koch, Leiterin des Kindergartens Greitelerweg, kommt das nicht überraschend. "Experimente haben die Kinder schon immer gerne gemacht. Dank der Initiative können wir diesen Forscherdrang jetzt in die richtigen Bahnen lenken", sieht sie die Unterstützung für die Erzieherinnen als wertvolle Hilfe. 165 Erzieherinnen im Kreis Paderborn sind im Rahmen der Aktion bereits geschult worden, eine ganze Reihe auch aus städtischen Einrichtungen. "Für uns ist das ein wichtiges und wertvolles Projekt, weil sich Kinder frühzeitig mit naturwissenschaftlichen Ideen auseinandersetzen können", sieht Wolfgang Walter, Beigeordneter der Stadt Paderborn, den Sinn des städtischen Engagements. Deshalb werde man auch künftig weitere Kindergärten zu Häusern der kleinen Forscher machen.