Packt in Budapest nicht alles aus...
Seit 15 Jahren sind Paderborn und Debrecen befreundet
"Die Paderborner Malteser kamen im Sommer 1989 nach Budapest, um Urlaub zu machen. Doch sie sahen die mit DDR-Flüchtlingen volle Botschaft und halfen insbesondere auch in der Pfarrei von Imre Kosma, wo viele Flüchtlinge versorgt werden mussten". Der Paderborner Altbürgermeister und Ehrenbürger Wilhelm Lüke erinnerte sich in der Feierstunde zum 15jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft zwischen Paderborn und der ungarischen Stadt Debrecen noch ganz genau an die Anfänge dieser Freundschaft. Anfang Dezember des historischen Wendejahres 1989 sei dann noch einmal ein Hilfskonvoi der Malteser nach Budapest gefahren. Als die Hilfsgüter in der ungarischen Hauptstadt angekommen waren, habe man den Paderbornern gesagt, packt nicht alles aus, fahrt weiter nach Debrecen, dort ist die Not noch größer. Das sei der Beginn der Städtefreundschaft gewesen, obwohl noch keine Vereinbarung existiert habe, so Lüke. Offiziell unterzeichnet wurde diese Freundschaft im Juni 1994 im Paderborner Rathaus durch Wilhelm Lüke und den damaligen Debrecener Bürgermeister Dr. Jozsef Hevessy. "Unsere Städtepartnerschaft hat einen kleinen Beitrag zu den immer intensiveren Beziehungen unserer beiden Staaten geleistet", war sich Bürgermeister Heinz Paus in der Feierstunde sicher. Paus konnte im Rathaus unter den mehr als 100 Gästen neben der Delegation aus Debrecen unter der Leitung von Ratsherrn Zsolt Daniellfy, den Generalkonsul a.D. Kornél Hajdú, Botschaftsrat Dr. Tibor Györgydeak, sowie die Präsidentin des Deutsch-Ungarischen Freundeskreises, Margit Keikutt, begrüßen. Heinz Paus: "Unvergessen ist die einseitige Öffnung des Eisernen Vorhangs am 10. September 1989 durch die ungarische Regierung, wodurch Flüchtlinge aus der damaligen DDR die Möglichkeit hatten, in den Westen auszureisen. Einer der Sargnägel für den Ostblock." Über die Anfänge der Partnerschaft sprach auch Zsolt Daniellfy. Er dankte ausdrücklich den Paderborner Maltesern für ihre Hilfe 1989 und 1990. Debrecen habe 13 Partnerstädte, doch Paderborn gehöre zu den wichtigsten, so der Ratsherr aus Debrecen, der auch die Grüße des Bürgermeisters Lajos Kósa überbrachte. Die Freudschaft zwischen den beiden Städten lebe, das zeigte unter anderem der rege Austausch beim Sport, zwischen den Unis und in der Kultur. Glückwünsche zum Jubiläum von der ungarischen Botschaft in Berlin übermittelte Botschaftsrat Dr. Tibor Györgydeák im Rathaus. Sein Landsmann Hajdu Kornel, Generalkonsul a.D., betonte die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Ungarn und Deutschland. "Wir können nur gemeinsam nach Lösungen suchen. Ich wünsche mir, dass diese Zusammenarbeit noch weitere wertvolle Früchte trägt." Als Kind der Wende bezeichnete Margit Keikutt, Präsidentin des Deutsch-Ungarischen Freundeskreises, die Verbindung der beiden Städte. 2000 junge Menschen seien in den 15 Jahren zwischen Debrecen und Paderborn unter anderem mit ihren Schulen und Tanzgruppen unterwegs gewesen. Beim Förderpreis "Junge Kunst in Europa", der vom damaligen Vorstandvorsitzenden der Volksbank Paderborn, Heinz Kamp eingeführt worden war, kamen allein elf Preisträger aus Debrecen. Dies und auch die Begeisterung der Basketballer bei ihrem jüngsten Paderborn-Besuch bestätigten einmal mehr, dass die Freundschaft zwischen den beiden Städten sehr lebendig sei.