Italienischer Dialog
Städtische Galerie in der Reithalle
"Giorgio Morandi - Alberto Giacometti - ein Dialog" lautet der Titel der jüngsten Ausstellung in der Städtischen Galerie in der Reithalle. Am Freitag, 13. Dezember, wird sie um 19 Uhr eröffnet. Bis zum 7. Juni sind über 100 Arbeiten aus allen Gattungen – Gemälde, Plastiken, Aquarelle, Zeichnungen und Druckgraphiken – zu sehen, die den spannenden Dialog zweier herausragender Einzelgänger verdeutlichen, die sich persönlich nie begegnet sind. Giorgio Morandi (1890-1964) darf als wichtigster Maler Italiens im 20. Jahrhundert gelten. Der Bologneser, der seine Heimatstadt nur selten verließ, ging künstlerisch einen ganz eigenen, kompromisslosen Weg. Diese innere Unabhängigkeit verbindet ihn mit Alberto Giacometti (1901-1966), dem wohl wichtigsten und einflussreichsten figürlichen Bildhauer der Moderne. So sehr sich beide Künstler in ihrer Themenstellung voneinander scheiden – das Schaffen Giacomettis ist im Wesentlichen auf den Menschen konzentriert, das Morandis erfüllt sich ausschließlich im Stilleben und in der Landschaft – , so besteht doch zwischen ihnen eine auffallende Parallelität im Grundsätzlichen des künstlerischen Konzepts. Hier wie dort wird das Motiv einer fortschreitenden Sichtverengung unterworfen und darin in eine wachsende Isolation zum Umfeld gestellt – bei Morandi in der formalen Reduktion und Zusammendrängung der Gegenstände, bei Giacometti in Überlängung oder Minimalisierung der Gestalt bis zu einem linearen bzw. punktuellen Substrat.