Stephanus-Grundschüler auf historischer Spurensuche
Drittklässler im Stadtarchiv Paderborn
Auf historische Spurensuche begaben sich die Drittklässler der Stephanus-Grundschule im Stadtarchiv Paderborn. Im Rahmen des Sachunterrichts mit dem Thema „Paderborn und seine Menschen früher und heute“ hatten die Fachlehrerin Stephanie Heim und die Klassenlehrerin Anna-Maria Schulz die Idee, den Kindern ein möglichst authentisches Bild des alten Paderborn zu zeigen. Und dies gibt es am ehesten an einem anderen Lernort als der Schule, nämlich im Stadtarchiv. Die Schülerinnen und Schüler waren verblüfft über das, was sie auf historischen Fotografien, Ansichtskarten und in Büchern alles zu sehen bekamen: „So sah es einmal an der Pader aus?“, war immer wieder zu hören. Beim Gang durch die Archivmagazine kamen viele Fragen auf: „Wieso wird denn sogar Reklame gesammelt?“, war eine davon. Ein Blick in ältere Werbedrucke genügte den Schülern, um sofort selbst zu erkennen: „Die braucht man später zum geschichtlichen Vergleich.“ Und genau der stand auch im Mittelpunkt der Erkundung: Die Schülerinnen und Schüler sollten das Gestern mit dem Heute vergleichen. Dass dies nicht trocken ernst sein muss, dafür sorgte Archivpädagoge Wolfram Czeschick mit einer amüsanten Geschichte, die er aus dem Aufsatzheft einer Drittklässlerin aus dem Jahre 1935 vorlas, geschrieben im feinsten Sütterlin. Darin schilderte die Schülerin, was sie damals auf den Paderborner Straßen beobachtete. Etwa wie ein verdrießlich drein schauenden Kutscher sich mit seinen störrischen Pferden abmühen musste. Dass die heutigen Kutscher LKW fahren und mitunter auch Grund zum Missmut haben, wussten die interessierten Schüler aus eigener Erfahrung: Heute stehen die oft im Stau, und das macht auch keinen Spaß. Und dass es sich bei der Eisenbahn, die 1935 mühsam den Berg nach Altenbeken „hinaufstöhnte“, sicher um einen Dampfzug gehandelt haben wird. Eine prächtige Urkunde aus dem Mittelalter verwies in eine Zeit, als die Stadt ringsum von einer hohen Mauer umgeben war. Die Reste der alten Stadtbefestigung hatten sich die Schüler bereits vor einiger Zeit vor Ort angesehen. Der Gang durch die Archivmagazine, die man normalerweise nicht betreten darf, war besonders beeindruckend: In dort aufbewahrten Zeitungsausschnitten fanden sich auch Informationen zur Stephanusschule, z. B. zum 40-jährigen Schuljubiläum im vorigen Jahr. Und in vielen schwarzweißen Fotos sind die großen Zerstörungen des letzten Kriegs dokumentiert. Eine Kopie des historischen Schulaufsatzes und vom Titelblatt der Tageszeitung vom Tag der Einschulung konnte am Ende jeder der jungen Archivbesucher mit nach Hause nehmen.