„Girls’ Day“ und „Neue Wege für Jungs“
Stadt beteiligt sich wieder mit zahlreichen Angeboten
Am Donnerstag, 23. April, findet der diesjährige Girls’ Day statt. Dieser Tag dient dazu, Schülerinnen der Jahrgangsstufen 5 bis 10 die Möglichkeit zu geben, „frauenuntypische Berufe“ kennen zu lernen. Der Gleichstellungsstelle der Stadt Paderborn ist es auch in diesem Jahr wieder gelungen, eine Vielzahl von Betrieben und Institutionen zu mobilisieren, ihre Produktionsstätten und Büros für die Mädchen zu öffnen. Einen Überblick über die teilnehmenden Firmen bzw. Institutionen gibt es unter www.girls-day.de. Auf dieser Internetseite kann man über den Link „Aktionslandkarte“ unter Paderborn eine Auflistung der beteiligten Firmen aufrufen und sich gleichzeitig auch anmelden. Bisher werden auf dieser Aktionslandkarte 27 Veranstaltungen und 458 Plätze in Paderborner Firmen angeboten. Dass der Girls‘ Day auch hierzulande gut ankommt, wird dadurch deutlich, dass bei vielen Firmen die Plätze nur allzu schnell vergeben sind. Auch bei der Stadtverwaltung Paderborn haben sich viele Ämter bereit erklärt, am Girls’ Day teilzunehmen, so beispielsweise der Abfallentsorgungs- und Stadtreinigungsbetrieb Paderborn (ASP), die Feuerwehr und das Vermessungsamt. Wie im letzten Jahr unterstützt die Gleichstellungsstelle auch 2009 das Projekt „Neue Wege für Jungs“. An demselben Tag, an dem auch der „Girls’ Day“ stattfindet, soll Schülern die Möglichkeit gegeben werden, in Berufe hinein zu schnuppern, die gerade nicht typisch für Männer sind. Ihnen sollen hier neue berufliche Perspektiven insbesondere in Sozial-, Pflege- und Erziehungs- aber auch in anderen Dienstleistungsberufen aufgezeigt werden. Weitere Informationen gibt es unter www.neue-wege-fuer-jungs.de. Die Gleichstellungsstelle vermittelt bei Interesse entsprechende Praktikumsplätze, beispielsweise in Kindergärten, Altenheimen, in der Stadtbibliothek und ähnlichen Bereichen. Ansprechpartnerin ist Annette Meier in der Gleichstellungsstelle der Stadt Paderborn, Tel. 88-1938. Sowohl für das Projekt „Girls‘ Day“ als auch für die „Neue(n) Wege für Jungs“ gilt: Mädchen und Jungen können auch selbst aktiv werden, bei Eltern, Verwandten oder Freunden nach einem Praktikumsplatz fragen. Auch die Gleichstellungsbeauftragte selbst lässt es sich nicht nehmen, sich an dem Projekt „Neue Wege für Jungs“ zu beteiligen: Ein interessierter Junge, der immer schon mal wissen wollte, was ein städtisches Amt mit einem so komplizierten Namen eigentlich macht, erhält die Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen der Gleichstellungsstelle zu werfen. Interessierte Jungen können sich direkt bei der Gleichstellungsbeauftragten Dagmar Drüke unter (05251) 881950 melden. „Die vielfältigen gesellschaftlichen Veränderungen stellen Jungen vor neue Herausforderungen bei ihrer Zukunftsplanung. Tradierte Rollenmuster greifen nicht mehr“, begründet die Gleichstellungsbeauftragte Dagmar Drüke ihr Engagement sowohl für den „Girls‘ Day“ als auch für das Projekt „Neue Wege für Jungs“. „Die Industriegesellschaft wandelt sich zur Wissens- und Dienstleistungsgesellschaft. Dies führt zu einem Abbau im produzierenden Gewerbe und im Handwerk – beides traditionell männliche Berufsfelder. Damit einhergehend ist ein Anwachsen von Arbeitsplätzen im Dienstleistungsbereich zu verzeichnen – althergebracht eher ein weibliches Betätigungsfeld. Die Erwerbstätigkeit von Frauen steigt. Die klassische Aufgabenverteilung, die den Mann als Ernährer, die Frau als Hausfrau und Mutter vorsah, ist ein Auslaufmodell. Dem demographischen Wandel und dem damit einhergehenden Fachkräftemangel, der dereinst auf die Arbeitskraft qualifizierter Frauen angewiesen sein wird, mit einer Vogel-Strauß-Politik zu begegnen, wäre fatal. Jungen müssen geschlechtsbezogen unterstützt werden. Es gilt, dem positiven Beispiel der Mädchenförderung zu folgen. Ungewöhnliche Situationen erfordern ungewöhnliche Lösungen. In diesem Falle kann das nur bedeuten: Heraus aus den ausgetrampelten Pfaden, auf zu neuen Wegen – für Mädchen und Jungen!“