Ökologie wird verbessert

In der Paderaue

Die Paderaue zwischen Fürstenallee und Padersee ökologisch aufzuwerten, ist das Ziel von Naturschutzmaßnahmen, die in den nächsten Tagen beginnen werden. Während der Baumaßnahmen, die bis etwa Mitte November dauern werden, kann es im Bereich Hans-Humpert-Straße und Padersteinweg zu Beeinträchtigungen kommen. Dort wird Erdaushub aus dem Baustellenbereich abgefahren. Die Arbeiten werden im Auftrag des Stadtentwässerungsbetriebes (STEB) und des Amtes für Umweltschutz und Grünflächen der Stadt Paderborn durchgeführt. In einem ersten Schritt wurden schon im Januar dieses Jahres ökologische Verbesserungen an der Pader zwischen Heierswall und Fürstenweg vorgenommen. Hier ist die Pader erweitert und verzweigt worden. Ähnliches wird nun auch auf der Südseite der Pader zwischen Fürstenweg und Padersee geschehen. In erster Linie werden alte Uferbefestigungen beseitigt und der Pader begrenzte Eigendynamik zurückgeben. Das fließende Wasser wird dann in den folgenden Jahren selbstständig natürliche Strukturen entwickeln. Die sich hierdurch entwickelnden auentypischen Lebensräume sind die Voraussetzung für die Besiedlung durch seltene Tier- und Pflanzenarten. Die Hochwassersicherheit aller Anliegergrundstücke bleibt unverändert erhalten, wie durch hydraulische Berechnungen im Vorfeld nachgewiesen wurde. Die Paderaue ist für viele Paderborner eine Herzensangelegenheit. Hier finden nicht nur Erholung suchende Spaziergänger, sondern auch Jogger und Radler sowie Herrchen und Frauchen mit Hund eine wunderschöne Landschaft vor. Diese Naturlandschaft ist als Gewässeraue direkt mit der Pader verbunden. Die Pader ist wie viele andere Fließgewässer aufgrund vielfältiger Veränderungen der letzten Jahrhunderte aus gewässerökologischer Sicht verbesserungsbedürftig. Zurzeit verläuft sie zwischen Paderquellgebiet und Padersee überwiegend in einem technisch ausgebauten Flussprofil. Eine dynamische Entwicklung des Gewässers mit selbständiger Anlage von Prall- und Gleitufern, Uferabbrüchen oder Kies- und Sandbänken ist hier weitgehend ausgeschlossen. Diese strukturellen Defizite haben auch erhebliche negative Auswirkungen auf Fauna und Flora des Fließgewässers. Naturraumtypische Fische, wie Äsche, Bachforelle und Groppe kommen in der Pader zwar vor, allerdings in unnatürlich geringer Zahl. Auch für den Eisvogel oder für Amphibien könnten die Lebensbedingungen besser sein. Die Pader erfüllt damit nicht die Anforderungen der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie, die sich zum Ziel gesetzt hat, bis zum Jahr 2015 alle relevante Gewässer in einen guten ökologischen Zustand zu bringen.