„Unüberwindbar? - Die innerdeutsche Grenze und ihre Wahrnehmung 1945-1990“

Dienstag Führung und Vortrag im Historischen Museum in Schloß Neuhaus

Im Rahmen der Ausstellung „Unüberwindbar? - Die innerdeutsche Grenze und ihre Wahrnehmung 1945-1990“ im Historischen Museum in Schloß Neuhaus findet am Dienstag, 3. November, um 18.30 Uhr eine öffentliche Führung statt. Anschließend hält um 19 Uhr im Vortragssaal des Museums Dr. Odilo Gudorf einen Vortrag zum Thema „Wie funktionierte die DDR?“ Der Referent, lange Jahre Lehrbeauftragter im Fach Geschichte an der Universität Paderborn mit Schwerpunkt Deutsche Nachkriegsgeschichte und Ost-West-Problem, wird den Blick auf das System lenken, das die Menschen 40 Jahre lang zu erdulden oder auch mitzutragen hatten, bevor es durch die mutige Bürgerrechtsbewegung 1989 zur Aufgabe gebracht wurde. Das Wissen um die DDR, so haben Studien gezeigt, ist 20 Jahre nach ihrem Untergang bei vielen Älteren bereits sehr verblasst und bei jungen Menschen kaum vorhanden. Dabei ist ein Großteil der gemeinsamen Probleme im wiedervereinigten Deutschland dem gescheiterten „Großexperiment DDR“ zuzuordnen. Die DDR war nach dem Krieg mit dem Anspruch angetreten, das „bessere Deutschland“ zu sein. Dies sollte durch den Aufbau einer „sozialistischen Gesellschaft“ geschehen, die zwar auf der Überzeugung der Menschen gründen sollte, aber in der Realität nur unter Zwang und Gewalt zu errichten war. Wie der Parteiapparat der SED, das ideologisch gelenkte Erziehungs- und Propagandasystem, die parteiliche Justiz, die „volkseigene“ Wirtschaft, das Militär und die allgegenwärtige Stasi als „Schild und Schwert der Partei“ zusammenspielten und zu ihrer Absicherung schließlich die Mauer nötig hatten, soll der Vortrag in Erinnerung bringen. Dabei kann auch verständlich werden, wie der Jubel über den Mauerfall sich bei manchen mit der Sorge mischte, wie mit der neugewonnenen Freiheit umzugehen sei, oder wieso eine „Ostalgie“ entstehen kann bei denen, die die vermeintliche soziale „Geborgenheit“ im SED-Staat vermissen. Der Eintritt zu dieser interessanten Veranstaltung ist frei.