Auf den Spuren ihrer Mutter
Israelin besuchte Paderborn
Auf die Spuren ihrer Mutter begab sich jetzt Nurit Kleingrub. Die kleine Frau aus einer Stadt in der Nähe von Tel Aviv kam nach Paderborn, um an die Stellen zurückzukehren, an denen einst ihre Mutter Hilde Kosses lebte. Ihre Mutter emigrierte im August 1940 nach Palästina. Sie konnte quasi mit dem letzten Schiff Deutschland verlassen und illegal die Küste Palästinas erreichen. Bei der Ankunft des Schiffes verweigerte damals die britische Mandatsmacht die Anlandeerlaubnis und wollte das Schiff wieder zurückschicken. Aus Verzweiflung sprang Hilde Kosses damals vom Schiff und wurde von Fischern als Schiffbrüchige gerettet. Gewohnt hatte die Jüdin in der Bachstraße 9 in Paderborn, bevor sie durch die Verfolgung durch die Nazis zur Flucht gezwungen war. Bürgermeister Heinz Paus empfing Nurit Kleingrub gemeinsam mit deren Freundin Yosepha Kafri. Betreut wurden die beiden in Paderborn von Mitgliedern der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit. Mit Günter Bitterberg und Monika Schrader-Bewermeier sowie Katharina Meermeier nahmen Mitglieder der Gesellschaft auch am Treffen mit dem Bürgermeister teil. Hilde Kosses hatte 1989 mit ihrem Sohn Awinoam die Einladung der Stadt für ehemalige jüdische Mitbürger angenommen und war nach Paderborn gereist. Das war für sie nach ihrer Flucht der erste Besuch wieder in Deutschland.