Auf dem richtigen Weg
Integrationsprozess "KOMM-IN"
„Die kontinuierlich steigende Anmeldezahl zur Jahreskonferenz 'Integration' ist ein Indiz dafür, dass sich Paderborn im Juli 2005 mit dem 'KOMM-IN' Prozess auf den richtigen Weg gemacht hat“. Das stellte Bürgermeister Heinz Paus fest. Bei der Eröffnung der Jahreskonferenz "Integration" lobte er das große Interesse und das Engagement aller Beteiligten. Mit über 190 Anmeldungen habe man so viele wie noch nie verzeichnen können. Die Konferenz, die nach dem Beschluss des Rates jährlich durchgeführt wird, fand traditionell in der Friedrich-von-Spee-Gesamtschule am Kaukenberg statt. Das von der Stadt Paderborn 2005 initiierte "KOMM-IN"-Projekt hat sich zu einem dauerhaften Prozess der kommunalen Integrationsarbeit entwickelt. Ziel ist es hierbei die entwickelten Ideen und Prozesse langfristig umzusetzen. Vor Vertretern aus Verwaltung, Politik, Wohlfahrtsverbänden, sozialen Diensten, Kindergärten, Schulen, Kirchen, Vereinen und Gruppen wurden die Ergebnisse der städtischen Integrationsarbeit vorgestellt. Aus den fünf Handlungsfeldern Sprachförderung, kultureller Austausch, Ehrenamt und Migration, Wohnen und schulische und berufliche Bildung wurde in einem Gruppeninterview berichtet, das von Susanne Stork geführt wurde. Detlef Strauß, Schulleiter der Friedrich-von-Spee-Gesamtschule, verwies bei seiner Begrüßung auf die Bedeutung des gemeinsamen Mittagessens als Beitrag für die Integration in der Schule. "Wir haben unser Essensangebot stark ausweiten können", berichtete er. Giuseppe Martina vom italienischen Verein "Azzurri 78" berichtete über die Motivation, den Verein vor 31 Jahren zu gründen und machte die Veränderungen in den letzten Jahren deutlich. Von den Kinder und Enkeln der Gastarbeiter-Generationen werde Deutschland als Heimat gesehen und weniger Italien. So ginge italienisches Temperament in Paderborn immer mehr verloren. Mit einem Impulsreferat zum Thema „Altwerden in der Migration - ein anderes Altern?“ beleuchtete Prof. Dr. Maria Dietzel-Papakyriakou vom Institut für Interkulturelle Pädagogik an der Universität Duisburg-Essen ein Thema, das in der Öffentlichkeit bisher kaum diskutiert wird, für immer mehr Menschen mit Zuwanderungsgeschichte aber eine immer größere Rolle spielt. Viele Menschen aus den klassischen Gastarbeiter-Staaten hätten das ursprüngliche Vorhaben, nur für einige Jahre in Deutschland zu bleiben längst aufgegeben und würden in Deutschland alt. Die Heimatländer hätten sich in den letzten 30 Jahren stark verändert. Bei den Spätaussiedlern seien viele Menschen schon mit einem höheren Durchschnittsalter gekommen. In der Abschlussrunde dankte der Vorsitzende des Migrationsbeirates, Engin Sakal, insbesondere den aktiven Mitgliedern der Arbeitsgruppen, ohne deren Einsatz der "KOMM-IN"-Prozess nicht diesen Erfolg hätte. Er zeigte sich sehr erfreut über die hohe Zahl der Anmeldungen zu dieser Konferenz. Er appellierte an alle, dass der Integrationsprozess noch lange nicht abgeschlossen sei und weiterhin viel Arbeit auf allen Seiten erfordere. Gleichzeitig forderte er die 70 Zuwanderervereine auf, sich noch stärker einzubringen. Da die Veranstaltung im islamischen Fastenmonat Ramadan stattfand, endete sie mit einem gemeinsamen Fastenbrechen für alle Konferenzteilnehmer. Weitere Informationen im Internet unter der Adresse "www.paderborn.de/integration"