Begeistert vom Tanz
Frauen-Kultur-Tage im Paderborner Rathaus
„Tanzen ist Esperanto mit dem ganzen Körper“, zitiert die Gleichstellungsbeauftragte Dagmar Drüke keinen Geringeren als Fred Astaire im Paderborner Rathaus. Damit bringt sie das Anliegen der Veranstaltung „TanzBegeistert“ im Rahmen der Paderborner Frauen-Kultur-Tage auf den Punkt. Diese bunten Tage, die sich allesamt um das Thema der internationalen Kunstausstellung „boomerang“ drehten, werden am Sonntag, 4. Oktober, um 11 Uhr im Rathaus ausklingen. Bei diesem feierlichen Schlussakt werden auch die Siegerinnen des gleichnamigen Literaturwettbewerbs gekürt. „Tanzen verbindet“, so Drüke bei ihrer Einleitung im Rathaus, „Menschen und Nationen, Alt und Jung, Frauen und Männer.“ Und so war es auch die herbstbunte Vielfalt, die an diesem besonderen Abend zum verbindenden Element wurde: für die Gäste, männlich wie weiblich, aber auch für die Tänzerinnen und Tänzer, die aus drei Paderborner Tanzschulen stammten und so gut wie alle Altersstufen und tänzerischen Genres abdeckten. So tanzten sich die Kinder der Modern Jazz & New Dance Leistungsgruppe des "TanzBau" mit einer Choreographie zu „Das Dunkel und Ich“ von Rolf Zuckowski aus dem Kindermusical „Der kleine Tag“ in die Herzen der Zuschauer. Das Publikum erstaunte die Wahrheit hinter den einleitenden Worten der Choreographin Bettina Broer, nach denen jede kleine Tänzerin eine eigene und einzigartige Persönlichkeit besitzt und darstellt. Die Zuschauer verneigten sich mit langanhaltendem begeistertem Applaus vor der Leistung dieser vor Tanzbegeisterung sprühenden Nachwuchstänzerinnen. Deren Elterngeneration, die erwachsenen Tänzerinnen der Gruppe „Quantensprung“ des "TanzBaus" standen ihren jüngeren Kolleginnen in nichts nach. Zum Teil erst seit fünf Wochen dabei, wagten sie den Sprung ins kalte Wasser und boten mit „Neutrum oder charakterstarke Persönlichkeit?“ Letztgenanntes auf hohem Niveau. Manch eine Zuschauerin fasste angesichts dieser überzeugenden Darbietung den spontanen Entschluss, einen langgehegten Wunsch nun endlich wahrzumachen und mit dem Tanzen zu beginnen. Ihren allerersten Auftritt gar hatte die Salsa-Formation der Tanzschule Möllmann - und man muss sagen, sie absolvierte ihn mit Bravour. Keinerlei Nervosität war den Tänzerinnen und Tänzern anzumerken, dafür absolute Professionalität und Leidenschaft für die lateinamerikanische Bewegung, die einen Hauch von Erotik auf das Rathausparkett zauberte, auf dem doch sonst wohl eher nüchterne Dinge verhandelt werden. Der neue und freundliche Rathaussaal bot die standesgemäße Kulisse für diesen facettenreichen und gelungenen Abend der Gleichstellungsstelle. Selbst dann, als es ein wenig gefährlich auf den Brettern wurde, die auch für die Gruppe „Dangerous and Moving“, die mit ihrem „Bad Girls“ von Danity Kane dem Publikum mächtig einheizte, die Welt bedeuten. Nach der Pause Kontrastprogramm der allerfeinsten Art: Irina Sentjabowa brachte mit ihrer Choreographie für acht Tänzerinnen des Tanzstudios Bräutigam einen barocken Klassiker in Bewegung: Händel – mal ganz anders. „Inspiriert von der großen Dynamik, dem Feingefühl und der grenzenlosen Phantasie der Händelschen Kompositionen“ (Sentjabowa), brillierten die Tänzerinnen in wunderschönen Kostümen mit den Concerti Grossi Nr. 12 und 4 und versetzten das Publikum in einen Zustand der Verzauberung. Das Fazit: Es war ein rundum gelungener Abend der besonderen Art, abgerundet durch ein Gläschen prickelnden Sekts und köstliche Häppchen, zubereitet von der Schülerfirma „CATRAN“ der Realschule am Niesenteich.