Junge Bienenforscher
Kindertagesstätte Römerstraße baute Nisthilfe für Wildbienen
Wenn sich Bienen oder Wespen Kindern nähern, läuten bei den Eltern meist die Alarmglocken. Wenn sich die Mädchen und Jungen im Elsener Kindergarten Römerstraße auf die Lauer legen, um die Wildbienen am Rand ihrer Spielwiese zu beobachten, dann droht hier keine Gefahr. Da die einzeln lebenden Bienen und Wespen kein Volk oder große Nahrungsvorräte zu verteidigen haben, hat sich ihr Stachel im Laufe von Jahrtausenden zurückgebildet. Eine Gefährdung durch Stiche besteht daher nicht. Die jungen Bienenforscher aus der Elsener Kindertagesstätte hatten sich zum Frühlingsbeginn gemeinsam ans Werk gemacht. Aus dem städtischen Wald haben sie einen Altholzstamm einer Esche bekommen und über 130 Löcher hinein gebohrt. Dort sollen die einzeln lebende Bienen und Einsiedlerwespen nisten. Und die ersten Tiere haben diese Einladung bereits angenommen. Unterstützt durch Michael Neuwald, Vater eines Kindes, nahmen die Fünf- bis Sechsjährigen die Bohrmaschine in die Hand und gruben mit ihren Handschaufeln ein tiefes Loch in den Boden, um dem über zwei Meter langen Stamm genügend Halt zu bieten. Nachdem die Kinder im Rahmen ihres Bienenforscher-Projektes bereits zweimal bei Anneliese Ader, einer erfahrenen Imkerin (2. Vorsitzende des Imkervereins Alme-Lippe e. V.) zu Besuch waren und viel über das Leben der bekannten Honigbienen erfahren hatten, konnten sie jetzt selbst für deren, für das ökologische Gleichgewicht ebenso wichtigen Verwandte, die Wildbienen, tätig werden. Diese finden in unserer aufgeräumten Landschaft kaum noch natürliche Nistplätze und sind zudem durch die Verwendung von Pestiziden bedroht. Die von den Kindern mit Freude erbaute Nisthilfe leistet einen aktiven Beitrag zum örtlichen Naturschutz und gibt den Kindern die Möglichkeit, das Leben der Tiere aus nächster Nähe zu beobachten.