Neues Leben für alte Leuchten
Wie die Stadt Paderborn mit Partnern die LED-Technik nutzt
Die alten, so genannten Peitschenleuchten über den Straßen kennt fast jeder. Manch einer hat schon als Kind auf dem Fahrrad unliebsame Bekanntschaft mit dem Leuchtenmast gemacht. Zwei gute alte Leuchtstoffröhren sorgen am Ende der Masten für Licht auf vielen Straßen in Paderborn, aber auch in vielen anderen Städten. Doch das Licht entspricht längst nicht mehr den aktuellen Normen, verbraucht verhältnismäßig viel Energie und die Wartung der Leuchten wird immer intensiver. Was also tun, fragten sich nicht nur die Verantwortlichen der Stadt Paderborn. Die Frage diskutierten die Fachleute der Stadt mit Experten der Brandenburg GmbH Paderborn, der BöSha GmbH & Co. KG Rüthen und E.ON Westfalen Weser. Und sie fanden gemeinsam eine Antwort. Eine Antwort, mit der sie sich gemeinsam mit 140 Kommunen am Wettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) beteiligten. Diese Antwort, nämlich die Leuchtstoffröhren durch entsprechende LED-Technik zu ersetzen, wobei die neue Technik an den alten Masten Platz findet, gehörte beim Wettbewerb zu den zehn ausgezeichneten Beiträgen. Das Projekt, das die Stadt Paderborn gemeinsam mit den mittelständischen Partnern nunmehr angehen wird, wird deshalb eine Förderung von bis zu zwei Millionen Euro erhalten. Im Rahmen der Leitmesse "Light & Building" in Frankfurt konnte der Technische Beigeordneter der Stadt Paderborn, Martin Lürwer, gemeinsam mit Margit Hoischen, Leiterin des Straßen- und Brückenbauamtes der Stadt Paderborn, diese Ehrung entgegen nehmen. Innerhalb von 18 Monaten soll das Projekt umgesetzt werden und dabei an mehr als 750 Peitschenlampen die Leuchtstoffröhren durch moderne LED-Leuchten ersetzt werden. Begonnen wird an der Paderborner Abtsbrede, es werden Leuchten in der gesamten Kernstadt folgen. Die Macher dieses LED-Projektes rechnen damit, dass sie durch die Umrüstung 30 bis 50 Prozent Energie einsparen werden. Die Stadt Paderborn gab im letzten Jahr insgesamt etwa 7,1 Millionen Euro für die Straßenbeleuchtung aus. Bereits in der Vergangenheit hat die Stadt Paderborn große Anstrengungen unternommen, um bei der Straßenbeleuchtung Energie zu sparen. Die Stadt liegt dadurch mit ihrem derzeitigen Energieverbrauch etwa 18 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt. Den Erfolg im Wettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung bezeichnete Martin Lürwer als "Beispiel für die Innovationskraft der heimischen mittelständischen Unternehmen". Bei diesem Projekt wird sich die Firma Brandenburg GmbH um die Optik der neuen Leuchten kümmern, während die Rüthener Firma BöSha GmbH & Co. KG den elektrotechnischen Part übernehmen wird.