Städtische Museen und Galerien

Ausstellungen und Öffnungszeiten über die Feiertage

Die städtischen Galerien und Museen sind Heiligabend, am ersten Weihnachtsfeiertag sowie Silvester geschlossen. Am zweiten Weihnachtsfeiertag sind sie von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Neujahr können die Museen und Galerien von 13 bis 18 Uhr besucht werden. Wer also diese beiden Feiertage zu einem kulturellen Besuch nutzen möchte, hat dazu reichlich Gelegenheit: Die Städtische Galerie Am Abdinghof zeigt eine repräsentative Auswahl von Installationen, Objekten und Zeichnungen aus dem umfangreichen Werk der Münchner Künstlerin Dorothea Reese-Heim. Das künstlerische Denken Reese-Heims - von 1983 bis 2009 Professorin für Textil an der Universität Paderborn - kreist um die skulpturalen Möglichkeiten von Papier und textilen Materialien. Gitterstrukturen, Lineaturen und lichtdurchwirkte Plastizität begründen den Gestaltcharakter ihrer Objekte und transparenten Raumkörper. Stahlbänder, Acrylglas, Papier, Leinen, Plastik, Flechtschnüre u.v.a.m. biegt, schichtet oder verknüpft sie zu spannungsvollen Beziehungsgeflechten. Im Umgang mit textilem Stoff geht es Reese-Heim um eine neue Identität von Idee und Material und das Fortleben des Textilen in anderen Kontexten. Am 12. Januar um 18 Uhr wird Dorothea Reese-Heim zu Gast in der Städtischen Galerie Am Abdinhof sein und in einem Künstlergespräch für Fragen und Antworten bereit stehen. Im Forum für Kunst und Spiel, Städtische Galerie Am Abdinghof (FoKuS) sind "KUNSTSTÜCKE" von Rita Frind zu sehen. Bilder, Fragen und Illustrationen – eine Ausstellung für Kinder und Erwachsene: “Bilder mit Vorleben“ – so nennt die Künstlerin ehemalige Faltschachteln, deren abstrakte Form sie zu faszinierenden Neuschöpfungen anregt. Diese - nun entleerten, flachen - Verpackungen haben ihre Aufgabe, den Inhalt zu schützen und auf ihn aufmerksam zu machen, bereits erfüllt und werden meist achtlos weggeworfen. Acryl- und Gouachefarben geben ihnen neuen Inhalt und Wert. Die Städtische Galerie in der Reithalle bietet Plastische Werke und Zeichnungen von Bernhard Heiliger. Er zählt zu den Wegbereitern deutscher Plastik nach 1945. Seine von hoher Konsequenz geprägte künstlerische Entwicklung führt von der menschlichen Figur über zunehmend dynamisierte, vegetative Gebilde bis hin zu einer vom Gegenstand gelösten, absoluten Formensprache. Eine bedeutende Werkgruppe im OEuvre Heiligers bilden die Porträtköpfe, vorwiegend in den 1950er Jahren entstanden. Karl Hofer, Walter Gropius, O. E. Hasse, Theodor Heuss, Martin Heidegger u.v.a. saßen ihm Modell. Mit zahlreichen Großplastiken im öffentlichen Raum setzte Heiliger auch im internationalen Kontext neue Zeichen. Eine seiner bekanntesten Arbeiten ist sicher die 7 Meter hohe Bronzeplastik „Flamme“ auf dem Ernst-Reuter-Platz in Berlin. Das Naturkundemuseum bietet die Ausstellung "ZooGeschichte(n) - Wilde Tiere für Europa". Diese Ausstellung ZooGeschichte[n] zeichnet die wechselvolle Geschichte der Zoos in Europa und Westfalen von den ersten zoologischen Gärten bis hin zu heutigen Entwicklungen nach. Der Tiergarten Schönbrunn in Wien (1752) war die älteste Menagerie, die sich zum Zoo entwickelte, die Ménagerie du Jardin des Plantes in Paris (1793/94) ist der älteste wissenschaftlich geführte zoologische Garten, der Zoological Garden in London (1828) war der erste Zoo, der auch diesen Namen trägt, in Berlin (1844) eröffnete der erste deutsche Zoo. 1875 folgte der Westfälische Zoologische Garten zu Münster. Die Ausstellung verdeutlicht, welche Entwicklung die Zoos in den letzten 150 Jahren genommen haben. Sie konkurrierten zunächst vor allem darum, möglichst viele ausgefallene Tiere zu zeigen bis hin zur Präsentation von Menschen aus fernen Ländern in Völkerschauen. Seitdem hat sich jedoch das Selbstverständnis der Zoos stark verändert. Die Zoologischen Gärten kooperieren heute meist in starkem Maße und helfen sich beispielsweise bei der Nachzucht und im Artenschutz. Viele beschränken sich auf ganz bestimmte, sinnvolle Tierbestände und versuchen in vielen Fällen das Überleben höchst bedrohter Tierarten zu garantieren. Die Wander-Ausstellung ist ein Gemeinschaftsprojekt des Westfälischen Pferdemuseums Münster und des LWL-Museumsamtes für Westfalen in Kooperation mit dem Allwetterzoo Münster. Das Museum für Stadtgeschichte im Adam und Eva-Haus hat in seiner Dauerausstellung einen Raum mit Gemälden von Willy Lucas aus der Städtischen Sammlung sowie eine Hörstation mit den Liedern des Hamborner "Ensembles für Neue Musik" eingerichtet und verhilft den Werken so zu weiterem Nachklang. Die Themeneinheiten vom 17. bis 20. Jahrhundert wurden neu konzipiert und mit Objekten aus der stadtgeschichtichen Sammlung erweitert. So findet sich in der Abteilung zum Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) der Pfaffenfeindtaler oder auch Gottesfreundtaler aus der Sammlung des Altertumsvereins Paderborn, eine Spottmünze, die der protestantische Herzog Christian von Braunschweig 1622 nach der Eroberung der Stadt prägen ließ. Ein einschneidendes Ereignis im 19. Jahrhundert war der Ükernbrand im Jahr 1875, den das Museum thematisch und bildlich aufgreift. Ein Modell, das Paderborn um 1850 zeigt, veranschaulicht eindrucksvoll die Stadt innerhalb der noch bis Mitte des 19. Jahrhunderts bestehenden Stadtmauer. Eine Bildstrecke, die Paderborn vor und nach dem Zweiten Weltkrieg sowie die Jahre des Wiederaufbaus nach 1945 zeigt, schildert die grundlegende Veränderung der Stadt. Das beliebte historische Modell zur Pader, welches die Entstehung sowie den weiteren Verlauf des kürzesten Flusses in Deutschland zeigt, wird nach einer Restaurierung wieder beliebter Anlaufpunkt sein.