Die Bibel hören
Gemeinsame Bibellesung der besonderen Art
„Die Bibel hören“ – unter diesem Titel veranstalten das Metropolitankapitel Paderborn, die evangelische Kirchengemeinde Paderborn und die Jüdische Kultusgemeinde Paderborn gemeinsam eine Bibellesung der besonderen Art: Paderborns aktueller Kulturpreisträger Wolfgang Kühnhold liest, unterstützt von drei versierten Kräften der Studiobühne der Universität, das 1. Buch Mose in der Übersetzung von Martin Buber. Die Lesung findet in vier Abschnitten statt: Den ersten Teil, „Schöpfung“, lesen die Rezitatoren am Montag, 22. Februar, in der Synagoge Paderborn. Wegen der begrenzten Platzkapazität in der Synagoge wird um vorherige Anmeldung (Tel. 05251 – 88 23 501) gebeten. Diese Nummer ist Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr erreichbar. Es folgt „Abraham“ am Dienstag, 23. Februar, im Kapitelsaal im Hohen Dom. Als dritter Teil steht „Jakob“ am Donnerstag, 25. Februar, in der Abdinghofkirche auf dem Programm. Den Abschluss bildet „Josef“ am Freitag, 26. Februar, wieder im Kapitelsaal im Hohen Dom. Der Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr, der Eintritt ist frei, um einen freiwilligen Kostenbeitrag wird gebeten. Jede Lesung wird begleitet und vertieft durch Musik: Kantor Jakow Zelewitsch ist in der Synagoge dabei, Domkapellmeister Thomas Berning und sein evangelischer Kollege, Kirchenmusikdirektor Martin Hoffmann, musizieren jeweils in der Kirche der anderen Konfession, als vierter gesellt sich der Oboist Eugen Tillmann hinzu. Die Idee zum Projekt hatte Wolfgang Kühnhold. Ihm ist es ein besonderes Anliegen, die Schönheit des Bibeltextes, die in der Übersetzung von Martin Buber noch stärker als in den anderen Übersetzungen zutage tritt, hervorzukehren. Er versteht sich selbst als Diener dieses Textes. Schwer war es nicht, die Veranstalter zu überzeugen. Tanja Rubens von der Jüdischen Kultusgemeinde kann dem Unterfangen viel abgewinnen: „Diese Zusammenarbeit ist ein geradezu historischer Moment für Paderborn. Das gab es noch nie.“ Pfarrer Dr. Eckhard Düker vom Abdinghof und Domkapitular Theo Ahrens sehen es aus ihrer Sicht; „Schriftlesung ist ein wichtiger Teil unserer Arbeit. Hier aber kommt der Text in langen Abschnitten und in wunderbarer Rezitation zur Geltung und wird Reize und Aspekte offenbaren, die in der täglichen Arbeit mit der Bibel nicht immer gewürdigt werden können.“ Rasch gesellten sich als Unterstützer die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Paderborn und das Kulturamt der Stadt dazu. „Das Projekt ruft ja geradezu nach unserer Beteiligung“, sagt Prof. Hubert Frankemölle von der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit. Kulturamtsleiter Christoph Gockel-Böhner ergänzt: „Die Bibel gehört zu den Grundlagen unserer Kultur, auch über den Bereich des Religiösen hinaus.“ Alle sind sich einig: Wenn es gut läuft, könnte daraus eine ganze Veranstaltungsreihe werden. Das Buch der Bücher ist ja lang.