Liebe, Tod und Taxifahren

Paderborn lädt zu den 30. Puppenspielwochen ein

© Stadt Paderborn

Zum 30. Mal finden vom 6. bis 23. März die Paderborner Puppenspielwochen statt. Sie sind damit eines der ältesten Figurentheater-Festivals in Deutschland. Zwei lokale Figurentheater und elf weitere aus ganz Deutschland spielen sechs Vorstellungen für Erwachsene und 21 Vorstellungen für Kinder. Das Programm mit allen Daten, Aufführungsorten, Eintrittspreisen etc. liegt in Kindergärten, Bibliotheken, Banken, beim Verkehrsverein und an vielen weiteren Stellen aus. Es kann auch beim Kulturamt unter der Telefonnummer (05251) 88 14 99 oder per Mail unter kulturamtpaderbornde angefordert werden. Im Internet findet sich das Programm unter www.paderborn.de. Der Vorverkauf im Paderborner Ticketcenter am Marienplatz, Tel. (05251) 2 99 75 0, hat bereits begonnen. Als Festaufführung zum Jubiläum präsentiert Marc Schnittger aus Kiel am 16. März um 20 Uhr in der Kulturwerkstatt seine spektakulären „LIFE.stories“. Unter dem Untertitel „Liebe, Tod und Taxifahren“ stellen sie einen Reigen aus 30 heiteren, absurden und boshaften Episoden dar. Bei dieser Gelegenheit wird das Jubiläum offiziell gefeiert – in einem der Größe der Puppen und des Budgets angemessen kleinen Rahmen. Für Erwachsene steht „Don Camillo und Peppone“ auf dem Programm, bei dem Spitzenkräfte dreier deutscher Puppentheater bei Regie, Puppenspiel und Ausstattung zusammengearbeitet haben. Und da der Puppenspieler Markus Dorner aus Neustadt an der Weinstraße schon einmal da ist, spielt er noch einen Goethe-Klassiker in einer Bearbeitung für Kinder, nämlich den „Zauberlehrling“. "TheaterGeist" aus Berlin spielt ebenfalls für Kinder und Erwachsene: einerseits seine Version vom „Froschkönig“, bei der Münchener Kinderkulturbörse von den Veranstaltern als beste Produktion 2007-2009 preisgekrönt, andererseits die Revue „Zinnober – Heiratet, liebt euch, hungert zusammen!“ nach Robert Gernhardt und E.T.A. Hoffmann, beides in der Paderhalle. Ansonsten finden jedoch die meisten Veranstaltungen in der Kulturwerkstatt statt. Eine Ausnahme macht jedoch „Gänschen klein ging allein“ vom "Kobalt Theater" Lübeck: für dieses Kinderstück ist die Willy-Lucas-Ausstellung in der Städtischen Galerie am Abdinghof der geeignete Ort, denn das Stück lebt vor allem von den wunderschönen Bühnenbildern nach Paula Modersohn-Becker, die wie in einer Kunstausstellung im Bilderrahmen zu sehen sind. Das "Kobalt Theater" Lübeck gibt traditionell auch wieder einen Workshop für angehende Erzieherinnen und Erzieher. Dass „Oh wie schön ist Panama“ vom "Kobalt Theater" Berlin in der Friedrich-von-Spee-Gesamtschule gespielt wird, ist dagegen die Reaktion auf eine Bürgeranfrage im Stadtrat, doch auch einmal städtische Veranstaltungen auf dem Kaukenberg stattfinden zu lassen. Für „Ente, Tod und Tulpe“ wählte man aus technischen Gründen die Aula des Goerdeler-Gymnasiums mit ihrer großen Bühne und den ansteigenden Reihen. Die Idee, diese zarte, humorvolle und einfühlsame Geschichte, in der eine Ente und der Tod einen Sommer lang Freundschaft schließen, einzubinden, kam vom Förderverein des Brüderkrankenhauses, weil hier ein schwieriges Thema auch für Kinder fassbar wird. Das Brüderkrankenhaus ist auch Mitveranstalter dieser Vorstellung. Es spielt das Theater "mini-art" aus der Nähe von Aachen. Lokalmatadorin Nelo Thies gibt fünf Vorstellungen in der Kulturwerkstatt und eine im Borchener Mallinckrodthof. Sie zeigt „Frau Holle“ in unterschiedlichen Versionen für Erwachsene, Kinder und Kleinkinder. In Robert Husemanns Paderborner Puppenspielen in der Kulturwerkstatt sind bekannte Kinderstücke, zum Teil mit lokalem Bezug („Die Teufelsglocke von Thüle“, „Die neugierige Prinzessin in Schloß Neuhaus“), zu sehen. Er hat auch wieder den Schattentheaterspieler Kolja Liebscher eingeladen, diesmal mit der Thüringer Sage „Die Trollblume“. Nelo Thies und Robert Husemann nehmen zusammen wieder ihr Erfolgsstück für Erwachsene „Froschkönig oder unkonventionelle Methoden der Partnerfindung“ auf, bei dem sie von Eckhard Wiemann musikalisch unterstützt werden. Außerdem spielen Figurentheater aus Hamburg, Berlin, Hannover und aus der Nähe von Göttingen „Die Stadtmaus und die Landmaus“, „Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt“, „Die Schöne und das Tier“ und „Die Sterntaler“.