Hockey mit dem Weltrekordler
Kurt Bendlin will als DOG-Pate Kinder für den Sport begeistern
Paderborn (DOG). So ganz mit rechten Dingen geht es nicht immer zu. Wenn sich Kurt Bendlin mit seiner Mannschaft zum Hockey aufstellt, wird bei Sieg oder Niederlage ein wenig nachgeholfen. Doch das gehört für den Weltrekordler und Olympiadritten im Zehnkampf mit dazu. Denn wenn Bendlin als Sportpate in seinem Kindergarten in Paderborn-Wewer auftaucht, dann gibt es zunächst kleine Regeländerungen. Damit den Jungen und Mädchen ob des komplizierten Regelwerkes nicht sofort der Spaß am Sport vergeht. Die Deutsche Olympische Gesellschaft Hochstift Paderborn und die Sparkasse Paderborn investieren in das Projekt „Kinder bewegen“ viel Zeit, Engagement und Geld. Betreut werden neben dem städtischen Kindergarten in Paderborn-Wewer, Hinter den Höfen, noch sechs Kindergärten in Paderborn Dahl, Büren, Marsberg, Paderborn-Kernstadt, Lichtenau, Paderborn-Elsen. Die 75.000 Euro die zur Verfügung stehen sind „gut angelegtes Geld“ so Hans Laven, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Paderborn. Zu jedem Kindergarten gehören sportliche Paten, die die Kinder motivieren und begeistern. Vor einigen Wochen bereits sind die 40 kleinen Holzschläger in Wewer angekommen. Gestiftet hatte sie die Deutsche Olympische Gesellschaft (DOG) im Hochstift Paderborn. Erst jetzt jedoch wurden die 20 roten und 20 blauen Stöcke (zwei komplette Spielsätze) eingeweiht. In der kleinen Halle des Kindergartens hatte sich Bendlin mit den bislang 15 Jungen und Mädchen aufgestellt und zunächst Haltung und Grifftechnik geübt. „Manchmal sind die Kinder noch kleiner, als die Schläger“, schmunzelt er, dass bei einigen zunächst die „Besentechnik“ von Mama Pate gestanden habe. Aber mit viel Nachsicht und spielerischen Einlagen werde da immer wieder korrigiert. „Das ist anfangs sicher ein Geduldsspiel“, weiß der engagierte Zehnkämpfer aber, dass die Kinder trotzdem begeistert sind. Denn der Spieltrieb sei bei ihnen groß. Und so freuten sie sich, wenn es dann mit der Mannschaft durch die Halle des städtischen Kindergartens gehe. Damit das auch ordentlich professionell ist, hat sich das Team sogar bereits einen Namen gegeben. Wenn Bendlin kommt, dann spielt er mit den „Weweraner Hockey Wieseln“ zusammen. Die sind nicht nur total begeistert, sie drücken das auch über ihren Schlachtruf „Wir sind wiesel-,wiesel-, flink“ aus. Dass beim Hallentraining zunächst noch manches Kind auf den Weg zum richtigen Tor geleitet werden muss, das auch beim Endergebnis das Trainingsteam nachhelfen muss, gehört für Bendlin als Sportpate zum Anfang dazu. So gibt es zunächst erst einmal nur Unentschieden, um den Kleinen die Begeisterung nicht durch eine Niederlage zu nehmen. Die Regeln werden dann nach und nach umgesetzt. Darum sorgt sich auch Erzieherin Gudrun Niebaum. Sie trainiert mit den Weiseln, wenn Bendlin keine Zeit hat. Dann geht es um Geschicklichkeit, Auge- Hand Koordination. Kleine Parcours baut sie auf, in denen die Jungen und Mädchen lernen, mit Schläger und Ball zurechtzukommen. Aber auch die Tatsache, dass zu einem Mannschaftsspiel ein Regelwerk gehört, ist Teil des Lerninhaltes. Sportpate ist Bendlin, Ende der 60erJjahre der erfolgreichste deutsche Zehnkämpfer, zweimaliger Weltrekordhalter und Bronzemedaillengewinner von Mexiko, übrigens bereits länger für die DOG. Zunächst im Paderborner Ortsteil Dahl, seit zwei Jahren auch in Wewer. „Sympathie wecken für Sport und Bewegung“, das ist seine Motivation dabei. „Je früher wir Kinder in den Sport bringen, desto sicherer ist es, dass sie später im Leben auch den richtigen Weg gegen“, begründet er sein Engagement. Motorische Begeisterung sei bei den Kleinen vorhanden, sie müsse nur gefördert werden. Dass dazu gerade Hockey geeignet ist, glaubt Bendlin durchaus. Zwar sei das ein sehr konditionsreiches Spiel. Aber es verbinde Schnelligkeit, Kraft und Ausdauer miteinander. Gute Voraussetzungen für spätere sportliche Aktivitäten. Damit die Jungen und Mädchen in Wewer das spielerisch entdecken können, dafür gibt es durchaus kleine Hilfsmittel. Die Stöcke, die die DOG jetzt gestiftet hat, sind extraleicht und unten mit einer größeren Spielfläche, der Schaufel ausgestattet. Damit es eher einen Treffer gibt. Hockey lässt sich übrigens am besten in der Halle oder auf Kunstrasen spielen. Auf der Wiese gehe das aber auch, fügt Bendlin hinzu. Da seien dann eben nur größere Bälle sinnvoll. Und haben die Kinder auch erst einmal die richtige Stockhaltung gelernt, brauchen sich die Eltern um Verletzungen gar nicht zu sorgen. Denn dass der Stock auf den Boden gehört ist Regel Nummer eins.