Winterdienst muss stark eingeschränkt werden
Kein Nachschub in Sicht: ASP muss Streusalz rationieren
Viel Schnee – kein Streusalznachschub Vor diesem Problem steht jetzt auch die Stadt Paderborn. Reinhard Nolte, Betriebsleiter des für den Winterdienst in der Stadt zuständigen Abfallentsorgungs- und Stadtreinigungsbetriebs (ASP): „Der Landesbetrieb Straßen NRW hat uns mitgeteilt, dass der Streusalzlieferant den Kommunen keine Salzlieferungen mehr zukommen lassen könne, da zunächst das Bundesfernstraßenetz bedient werden müsse. Da wir keine Antwort auf unsere Frage, wann wir wieder belliefert werden, bekommen, müssen wir mit unserem Restvorrat sehr sorgfältig umgehen und den Streudienst auf das gesetzlich geforderte Mindestmaß reduzieren.“ Danach werden ab sofort nur noch „verkehrswichtige und gefährliche“ Strecken mit Streusalz frei gehalten. Das gilt in erster Linie für wichtige Straßen mit Steigungen und Kurven. Vorrangiges Ziel haben dabei die Strecken, auf denen Linienbusse fahren. Der ASP hatte sich wie für die vorigen Winter ausreichend mit Salz und Split eingedeckt. Zudem hat sich der Lieferant vertraglich verpflichtet, innerhalb von 48 Stunden Nachschub zu liefern. Reinhard Nolte: „Dieser Verpflichtung kommt unser Vertragspartner nicht nach, zurzeit ist er mit 15 Silozügen mit jeweils 30 Tonnen Salz in Verzug. Von den 600 Tonnen, die wir Silvester noch hatten, sind jetzt nur noch 150 Tonnen übrig. Und mit neuen Lieferungen können wir nicht rechnen.“ Von den 570 Kilometern Fahrbahn und 170 Kilometern Radwegen im Stadtgebiet werden ab sofort nur noch ein Zehntel mit Feuchtsalz, einer Mischung aus Salz und Natriumchlorid, bearbeitet. Auf allen anderen Verkehrswegen werden nach einer Prioritätenliste mehrmals am Tag und auch in der Nacht Schnee geräumt und Split gestreut. Erste Tests mit einer neuen Kombination aus Split und Natriumchlorid waren erfolgreich, so dass diese Mischung verstärkt eingesetzt wird. Stadt und Polizei appellieren an die Autofahrer, besonders vorsichtig zu fahren und sich besonders bei extremen Wetterbedingungen auf absolut notwendige Fahrten zu beschränken. Alternativen bietet der Padersprinter, dessen Busstrecken so lange wir nur eben möglich freigehalten werden und der alle verfügbaren Busse im Einsatz hat.. Umgerüstet hat bereits der Rettungsdienst. Rettungswagen und Notärzte fahren mit Spikes, Feuerwehrfahrzeuge bekommen Schneeketten. Im letzten Winter hat die Stadt Paderborn für den Winterdienst 1,2 Millionen Euro ausgegeben.