Pictures in our head

Sonntag kostenlose Führung im Historischen Museum

Am Sonntag, 11. Juli, endet die Wanderausstellung des Museums für Europäische Kulturen Berlin, Staatliche Museen zu Berlin im Rahmen des Föderalen Programms der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Das Historische Museum im Marstall Schloß Neuhaus bietet dazu noch einmal eine letzte öffentliche Führung zu der Wanderausstellung: „Pictures in our head. Fremd- und Eigenbilder in Europa“ an. Die kostenlose Führung findet am Sonntag um 11 Uhr statt. Was ist ein Stereotyp, welche Funktion und welche Auswirkung hat es? Ist das Stereotyp eine vereinfachte und klischeegeprägte Bezeichnung des „Anderen“, die ein aggressives und diskriminierendes Verhalten auslösen kann? Stereotype bezeichnen Personengruppen, denen bestimmte Eigenschaften und Verhaltensweisen mit hohem Wiedererkennungswert zugeschrieben werden. Es sind Konstruktionen, die eine wichtige Rolle in der Frage der Identität spielen. Sie bieten die Möglichkeit, sich in einer komplexen Welt zu orientieren. Es sind Bilder in unseren Köpfen - „Pictures in our head“. Diese Ausstellung beschäftigt sich nicht mit der Frage nach Wahrheit oder Lüge. Sie stellt die Stereotype als nötige Vermittler der Existenz der Anderen und von sich selbst dar. Sie möchte nicht mit Stereotypen brechen, sondern durch konkrete Beispiele ihre visuelle Sprache und die Geschichte ihrer Verbreitung erfahrbar machen. Die Darstellung von Stereotypen in der Reklame, auf Bilderbogen, als Reiseandenken, auf politischen Plakaten und als Karikaturen bringt die Anderen und uns selbst in unser Alltagsleben. So wird die Schweiz zum Heidiland, der Deutsche zum Biertrinker und der Norweger zum Trachtenträger. Trotz der Unterschiede nutzen sie eine gemeinsame Sprache und unterliegen ähnlichen historischen Prozessen. Die Ausstellung stellt sich dem Besucher wie eine „visuelle Maschine“ dar, in der die kontextualisierten Objekte mit inszenierten Stereotypen der Künstlerin Mareike Hölter verknüpft werden. Verschiedene visuelle Erfahrungen bieten dem Besucher die Möglichkeit, die Stereotypen zu erkennen und in einen Dialog darüber einzutreten. Die großformatigen Fotos der Künstlerin Mareike Hölter - „Die Europäerin“- zeigen eine zeitgenössische, künstlerische Auseinandersetzung mit Frauen-Klischeebilder in Europa.