Musik im Museum
Lucas-Sommerbilder im Museum für Stadtgeschichte wirken lassen
„Sommerbilder“ - heißt die neue Willy Lucas-Dauerausstellung mit Musik im Museum für Stadtgeschichte. In einer Abteilung des Adam-und-Eva-Hauses an der Hathumarstraße werden Werke des Paderborner Maler mit Musik des Ensembles für Neue Musik Schloss Hamborn gezeigt. Diese Präsentation, die ab 24. Juli zu sehen und zu hören ist, versteht sich als Nachklang zur umfassenden Retrospektive im Jahre 2009. Aus Anlass des 125. Geburtstags des Paderborner Künstlers und Düsseldorfer Malerschülers Willy Lucas (1884-1918) fand sie damals an drei Orten statt: Städtische Galerie Am Abdinghof, Museum für Stadtgeschichte im Adam-und-Eva-Haus, Städtische Galerie in der Reithalle Schloß Neuhaus. Es war ein besonderes Ausstellungsereignis: Über 200 Gemälde aus allen Schaffensphasen, darunter zahlreiche bisher noch nicht publizierte Arbeiten aus Privatbesitz eröffneten eine neue Sicht auf das Werk des Malers Willy Lucas. Das Museum hat in der Libori-Woche an allen Tagen von 10-18 Uhr geöffnet. Weitere Infos unter www.willy-lucas.de. Zur Retrospektive spielte das Ensemble für Neue Musik Schloss Hamborn fünf Lieder zu Bildern von Willy Lucas von Torsten Brandes in einer Uraufführung unter der Leitung des Komponisten. Einmal mehr zeigte das Konzert die Impulse, die von den musikalischen Aktivitäten des Kulturortes Schloss Hamborn ausgehen. Die zu den Bildern komponierte Musik, so der künstlerische Leiter Torsten Brandes, soll wie ein Selbstgespräch des Malers erklingen. Sie sei eine ästhetische Öffnung mit dem Bedürfnis nach Kommunikation. Jedes Lied sei ein mehrdimensionaler Raum, ein Gewebe aus durch Farbe inspiriertem Klang und speise sich, da dies Willy Lucas Zeit war, aus dem Klangvorrat des Impressionismus und der beginnenden Moderne des 20. Jahrhunderts. Torsten Brandes: "Die Funktion der Musik soll eine geistliche sein. Die Spur des Gemalten und Vertonten als eine Gegenkraft zum Verschwinden und Verstummen." Entsprechend seien die Lieder der Bedeutung des Erkennens der menschlichen Endlichkeit gewidmet. Die Musik klinge am Ende wie Staub, wie Asche. Spröde, müde, Abschied nehmend mit der zärtlichen Bitte, ein gütiges Herz möge sein Werk vor dem Untergang retten, ihm, Willy Lucas, zur „Unsterblichkeit“ verhelfen.