Hilfe bei häuslicher Gewalt

Plakat nennt Anlaufstellen

Wer hilft bei häuslicher Gewalt? Diese Frage beantwortet ein Plakat, das das Kooperationsprojekt "Häusliche Gewalt" herausgegeben hat. Dort werden betroffene Frauen auf Anlaufstellen aufmerksam gemacht. Das Ausmaß von häuslicher Gewalt ist nach wie vor hoch. Erfahrungen durch die Arbeit mit betroffenen Frauen und eine Vielzahl von Untersuchungen haben die schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen für Frauen aufgezeigt. In den letzten Jahren rückten auch verstärkt die psychischen Schädigungen von Kindern infolge von häuslicher Gewalt in den Vordergrund. Schutz vor Gewalt für Frauen und deren Kindern ist häufig mit einer Trennung vom gewalttätigen Partner verbunden. Aber auch nach einer Trennung sind Frauen hochgefährdet. Durch das Gewaltschutzgesetz und weitere rechtliche Schutzmaßnahmen hat sich viel für von Gewalt betroffene Frauen verbessert. Erfahrungen zeigen jedoch, wie schwer es für Frauen ist, sich aus Gewaltbeziehungen zu lösen und wie berechtigt Ängste und das Schutzbedürfnis von Frauen vor weiterer Gewalt sind, nachdem sie sich getrennt haben. Die Art der Hilfe und Unterstützung, die Frauen benötigen, kann unterschiedlich sein. Für manche Frauen ist der beste Schutz ein Aufenthalt im Frauenhaus. Die Beratungsstellen begleiten Frauen in ihrem Loslösungsprozess aus einer Gewaltbeziehung, beraten und informieren über gesetzliche Schutzmöglichkeiten und bieten Begleitung an bei allen notwendigen Maßnahmen, die vor und nach einer Trennung durchzuführen sind. Bei akuter Gewalt muss die Polizei gerufen werden, die den Gewalttäter für zehn Tage aus der Wohnung verweisen kann und damit die Gewaltsituation erst einmal beenden kann. Einer Studie zufolge sind die Hilfsangebote bei den von Gewalt betroffenen Frauen und ihrem sozialen Umfeld nicht ausreichend bekannt. Mit diesen Plakaten, die unter anderem in den Pader-Sprinter-Bussen hängen, möchte das Projekt dazu beitragen, dass mehr von Gewalt betroffene Frauen, deren Angehörige, Freundeskreis, Nachbarschaft und alle, die die betroffenen Frauen unterstützen wollen, wissen, wo sie sich Hilfe holen können. Das Kooperationsprojekt "Häusliche Gewalt" besteht seit 2003. Mitglieder sind alle Einrichtungen, die mit Frauen und Kindern im Rahmen des Gewaltschutzgesetzes hier in Paderborn zu tun haben. Christa Mertens von der Paderborner Gleichstellungsstelle: "Wir haben uns damals zusammengeschlossen, um die Hilfe für die Opfer besser abstimmen und sie damit bestmöglich vor weiterer Gewalt schützen zu können." An dem Kooperationsprojekt arbeiten mit: die Jugendämter von Stadt und Kreis, die Kreispolizeibehörde, die Frauenberatungsstelle Lilith, die Beratungsstelle Belladonna, das Amtsgericht und Staatsanwaltschaft Paderborn, die Gleichstellungsstellen der Stadt und des Kreises Paderborn, das autonome Frauenhaus Paderborn sowie das Frauenhaus Salzkotten.