Ich freue mich, in Paderborn zu sein
Irene Chapnick auf den Spuren ihres Großvaters
Es war eine lange Reise von Südkalifornien bis nach Paderborn. Doch Irene Chapnick wollte sie gemeinsam mit ihrem Mann Irwin unbedingt auf sich nehmen. Die Enkelin hat die mehreren tausend Kilometer auf sich genommen, um sich auf die Spuren ihres Großvaters Robert Rosenbaum zu begeben. Der 1880 geborene und im Mai 1938 verstorbene jüdische Unternehmer betrieb eine Mützenfabrik an der Bahnhofstraße 32. 1933 beschäftigte die Firma 90 Mitarbeiter. Gleich zu Beginn ihres Paderborn-Besuches besichtigte das Ehepaar das Haus an der Bahnhofstraße. Organisiert hatte diesen Besuch die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit gemeinsam mit dem Kulturamt der Stadt Paderborn. Der Besuch setzte die Tradition fort, dass Nachfahren der ehemaligen jüdischen Mitbürger Paderborn besuchen. Bürgermeister Heinz Paus empfing das amerikanische Ehepaar in seinem Dienstzimmer. "Es ist immer wichtig, sich zu erinnern", unterstrich der Bürgermeister. Deshalb könne er gut nachvollziehen, dass die beiden weitgereisten Besucher diesen Weg auf sich genommen haben. An dem Gespräch nahmen außerdem noch Martin Decking, die Historikerin Dr. Margit Naarmann, Katharina Meermeiner, Monika Schrader-Bewermeier, Brigitte Lutz, Geschäftsführerin der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, sowie Reinold Stecher, stellvertretender Leiter des Kulturamtes der Stadt Paderborn, und Sarina Glaser vom Kulturamt der teil. "Ich freue mich, in Paderborn zu sein", zeigte sich Irene Chapnick begeistert von der Stadt. Sie und ihr Mann seien hier herzlich aufgenommen worden und möchten sich dafür bedanken. Das Ehepaar Chapnick lebt in der Stadt Garden Grove in Südkalifornien im Bezirk Orange County. Irene Chapnick ist die Tochter von Gerda Rich, einer geborenen Rosenbaum. Gerda Rich, damals noch Gerda Sophie Rosenbaum, war im März 1939 nach London emigriert und im Oktober 1940 in die USA eingewandert.