FAMOS nimmt Fahrt auf

Über 100 Fachkräfte für das bundesweite Modellprojekt geschult

© Stadt Paderborn

Im März ist die Modellregion für Erziehung in Paderborn offiziell gestartet. Inzwischen sind mehr als 100 Fachkräfte durch die Stadt Paderborn geschult worden. Ziel dabei ist es, Familien optimal zu stärken, was in der Abkürzung FAMOS zusammengefasst wurde. Aktuell laufen die ersten Kurs- und Beratungsangebote an. Wer schon alles mitmacht und wo sich Eltern hinwenden können, ist auf der eigens errichteten Internetseite unter der Adresse "www.paderborn.de/familien-optimal-staerken" zu sehen. Auch Fachkräfte können sich hier informieren und Eltern auf Angebote aufmerksam machen. FAMOS ist Höhepunkt der bereits seit jeher mit Kooperationspartnern betriebenen Eltern- und Familienbildungsarbeit der Stadt Paderborn. Im Gegensatz zu anderen Städten und Kreisen ist bei diesem Projekt die Bildungsarbeit für alle Familien unabhängig vom sozialen Status und Einkommen kostenlos. Zahlreiche kooperierende Einrichtungen bieten für Eltern und andere Erziehungspersonen Kurse, Beratung und obendrein Materialien ohne zusätzliche Kosten an. „Jede Mutter und jeder Vater ist herzlich eingeladen, an einem solchen Kurs- oder Beratungsangebot teilzunehmen“ sagt Petra Erger, Jugendamtsleiterin der Stadt Paderborn. „Das gilt auch für Eltern, die bereits ihre Erziehungsaufgaben gut lösen und vielleicht nach neuen Impulsen für die Erziehung suchen oder für Eltern, die schon immer einen solchen Kurs besuchen wollten, es sich aber bisher nicht getraut haben“ ergänzt Marco de Luca, der das Projekt für die Stadt Paderborn koordiniert. Mit FAMOS ist es einfacher ein passendes Angebot zu finden und anzunehmen. Ob einzelne Erziehungsfragestellungen („Mein Kind schläft nicht alleine ein“), komplexe Erziehungsprobleme oder einfaches Interesse und Spaß an Elternbildung - niemand muss mehr Berührungsängste haben, wenn er zu einem Elternkurs oder Beratungsangebot geht, denn jeder kann kommen – egal aus welchen Gründen. Zudem finden die Angebote dort statt, wo die Eltern vertraute Ansprechpartner finden, nämlich in Kindertagesstätten, Schulen und Beratungsstellen. Dadurch, dass das ganze Jahr über Angebote laufen, findet sicherlich jeder auch einen passenden Platz. Einen besonderen Dank richtet Jugendamtsleiterin Petra Erger an dieser Stelle an die vielen sozialen, medizinischen, psychologischen und schulischen Einrichtungen, die dieses Vorhaben mit Ihrer Unterstützung erst möglich gemacht haben. Darüber hinaus wird sich nicht nur um die Eltern gekümmert, sondern auch gleichzeitig um die Kinder und Fachkräfte, die mit der Erziehung der Kinder befasst sind. Attraktive Kinderkurse in Kindertagesstätten und Grundschulen sowie spezielle Fortbildungen für Erzieherinnen und Erzieher sind ebenso Bestandteil von FAMOS. Erfahrungen aus präventionsstärkeren Nationen zeigen nämlich, dass auf dem beschrittenen Weg Hemmschwellen bei Eltern abgebaut und Familienbildung selbstverständlich sein kann, ohne dass beispielsweise erst ein verpflichtender Elternführerschein eingeführt werden muss. Der stadtweite und nicht allein punktuelle Einsatz von vorbeugenden Maßnahmen auf mehreren Ebenen, das heißt abgestimmt auf die Bedürfnisse von allen Beteiligten und aus einer Hand, macht diese vor Ort wirkungsvoll. Auch kommen in Paderborn nur ausgewählte Eltern- und Kinderkurse zur Anwendung. Denn es gibt zwar bereits seit langem eine Vielzahl von Eltern- und Kinderkursen, aber nur die allerwenigsten haben sich in einer streng wissenschaftlichen Überprüfung bewährt. Die Paderborner FAMOS-Angebote gehören dazu. Ziel von FAMOS ist es, auch über die Projektphase hinaus, Familienbildung kostenlos für alle Erziehungspersonen und deren Kinder unabhängig von Einkommen und sozialer Herkunft anzubieten. Das gibt es bisher gar nicht oder in nur sehr wenigen Städten und Kreisen in Deutschland. Die Stadt Paderborn bleibt da zunächst mit FAMOS die große Ausnahme, freut sich aber, wenn das Präventionsmodell auch für andere Städte und Kreise in NRW oder gar bundesweit Vorbild wird. Hier erwartet die Stadt positive Ergebnisse der Begleitstudie von der Uni Bielefeld, die klar für die Investition in effektive Präventionsmaßnahmen sprechen.