Zoo-Geschichte wird lebendig

Im Naturkundemuseum

Paderborn (lwl). In Sachen Besucherzahlen stellen sie Museen und Theater in den Schatten. Sie bieten Erholung, Unterhaltung und sind nicht zuletzt lehrreich. Nirgendwo sonst kommt man Tieren so nahe wie im Zoo. Jetzt kommen die Zoos ins Museum: Die Wanderausstellung „ZooGeschichte[n]. Wilde Tiere für Europa“ greift die Geschichte der Zoos auf. Sie ist vom 26. November 2010 bis zum 23. Januar 2011 im Paderborner Naturkundemuseum im Neuhäuser Marstall zu sehen. Vom Westfälischen Pferdemuseum im Allwetterzoo Münster gemeinsam mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) zusammengestellt, zeigt die Exposition die Geschichte vom ersten Tiergarten 1752 in Wien über den 1875 gegründeten Westfälischen Zoologischen Garten zu Münster bis hin zu heutigen zoologischen Medienstars wie den Eisbären „Knut“. Die Ausstellungseröffnung findet am Freitag, 26. November, um 19 Uhr statt. Verena Burhenne vom LWL-Museumsamt wird eine kurze Einführung geben und es wird der 25minütige Film „Ein Elefant, eine Moschee und ein unwieser Professor – Geschichten aus Münsters altem Zoo“ gezeigt. Die Ausstellung zeigt, welche Entwicklung die Zoos in den letzten rund 150 Jahren genommen haben. Während sie zunächst darum konkurrierten, möglichst viele möglichst ausgefallen anmutende Tiere zu zeigen und auch in aus heutiger Sicht fragwürdigen Völkerschauen „exotische“ Menschen wie die benachbarten Tiere zu präsentieren, hat sich das Selbstverständnis der Zoos stark verändert: „Die modernen Zoos kooperieren, sie helfen sich gegenseitig bei der Nachzucht und im Artenschutz, um das Überleben höchst bedrohter Tierarten zu garantieren. Heute beschränken sich die Zoos auf sinnvolle Tierbestände und zeigen ihren Besuchern, welche katastrophalen Folgen der bedenkenlose Umgang des Menschen mit den Ressourcen der Natur für die Tiere der Welt hat“, so Sybill Ebers, Direktorin des Pferdemuseums. Diese Entwicklung veranschaulicht die Ausstellung mit 100 Objekten aus drei Jahrhunderten und einigen Inszenierungen. Zu den Höhepunkten der Ausstellung gehören Inszenierungen zu den Themen „Tierfang“, „Bernhard Grzimek“ und „berühmte Zoobewohner“. Dabei stößt man zum Beispiel in der an die Kolonialzeit erinnernde Inszenierung „Tierfang und Transport“ auf ungewöhnliche Objekte: Eine Bleikugel, die vermutlich aus dem Gewehr eines Wilderers stammt, sowie ein metallener Schlangenkorb spiegeln die Fangmethoden vergangener Zeiten wider. Für Kinder und Jugendliche stellt das Naturkundemuseum im Marstall wieder einen kostenlosen Rallye-Bogen zur Verfügung, mit dem die Ausstellung erkundet werden kann. An jedem Sonntag während der Ausstellungsdauer wird jeweils um 11 Uhr eine kleine Begleit-Veranstaltung im Museum angeboten. Am 28. November und am 23. Januar wird die Märchenerzählerin Marlene das Thema Zoo in ihren Geschichten aufgreifen. An den anderen Sonntagen werden jeweils Filme gezeigt. (www.paderborn.de/naturkundemuseum)