Paderborner Puppen

Im Museum für Stadtgeschichte

© Stadt Paderborn

Das Museum für Stadtgeschichte im Adam und Eva-Haus zeigt in einem Bereich der Dauerausstellung hochwertige Porzellan- und Vinylpuppen aus der Kollektion der Paderborner Künstlerin Annette Himstedt. Bis 2009 wurden diese in der "Puppenmanufaktur Himstedt" in Paderborn im Gebiet "Auf dem Dören" produziert. Himstedt-Puppen werden seit vielen Jahren weltweit gesammelt. Nicht nur in Europa sind die Puppen beliebte Sammelobjekte, Liebhaber finden sich auch in Amerika, Australien und im asiatischen Raum. Mit zwei einfachen Steinmännchen von Ernie und Bert aus der berühmten Kindersendung „Sesamstraße“ fing in den 70er Jahren alles an. Himstedts Anspruch von Anfang an war, kindliche Figuren, zunächst in Porzellan, so realistisch wie möglich zu modellieren. Es entstanden die Markennamen „Kinder aus Porzellan“ und „Puppen Kinder“. 1982 konnte sie erstmalig zehn Puppen bei einer Ausstellung in München vorstellen. Der große Durchbruch kam, als die Illustrierte „Brigitte“ eine Fotoreportage veröffentlichte. Es folgte eine Welle von Medienanfragen und Aufträgen sowie weitere Berichte im damaligen „Lufthansa Boardbuch“ und im „Winners“ Magazin, ebenso schlossen sich Fernsehauftritte im ZDF, WDR, NBC in Amerika und im japanischen National Fernsehen an. Auf der Internationalen Spielwarenmesse in Nürnberg 1986 stellte Annette Himstedt ihre erste „Puppen Kinder-Kollektion“ vor. Porzellanoriginale wurden erstmalig neben Vinylebenbildern gezeigt. Künstlerpuppen, die aus Vinyl gemacht waren, jedoch wie Porzellan aussahen und sich wie Porzellan anfühlten, waren ein absolutes Novum in der Puppenszene. Im Jahr 1990 wurde Himstedts Traum dann Wirklichkeit: Nach einer langen Planungs- und Bauzeit konnte sie mit zahlreichen Mitarbeitern in die Manufaktur „Auf dem Dören“ einziehen. Annette Himstedt konnte ihre Techniken stetig weiterentwickeln. In jeder neuen Kollektion wurden Neuerungen eingeführt wodurch Sammler und Hersteller der Puppenwelt immer wieder nach Paderborn blickten. Ganzkörper Vinylpuppen und Vollgelenkpuppen sind nur zwei der großen Neuerungen, die Himstedt entwickelte. Ab 2002 waren ihre kompletten Kollektionen limitiert. Im April 2009 musste die Manufaktur aufgrund der schlechten Weltwirtschaftslage und steigender Materialkosten ihre Pforten schließen. Annette Himstedt lebt und arbeitet heute in London. Das Museum für Stadtgeschichte hat täglich, außer montags, von 10-18 Uhr geöffnet.