Rollenklischees unter der Lupe

Ausstellung im "Bilderbogen" - Eröffnung Dienstag

„Das ist doch typisch männlich!“ mag manch einer gedacht haben, wenn während der Fußballweltmeisterschaft die Herren fußballerische Entscheidungen auf dem Spielfeld bierernst nahmen. „Typisch weiblich“ werden andere es gefunden haben, wenn die weiblichen Fans beim Public Viewing eher die Farben und Fähnchen im Blick hatten. Wie ist das eigentlich mit den Rollenklischees? Wenn es tatsächlich typisch männliche und typisch weibliche Verhaltensweisen gibt, gilt es dann dementsprechend auch, „bloß immer in der Rolle zu bleiben“? Was denken Jugendliche über Rollenmuster, über sozial und kulturell geprägte Verhaltensweisen von Frauen und Männern und wie beeinflussen diese den Blick der Jugendlichen auf sich selbst? Mit diesen und anderen Fragen beschäftigten sich Jugendliche und junge Erwachsene im Rahmen des Kooperationsprojektes „Typisch männlich – typisch weiblich. Bloß in der Rolle bleiben!?!?“, das die Jugendberatungsstelle der Caritas Rheine und das Jugendamt der Stadt Rheine gemeinsam initiierten. Das Ergebnis des Projektes ist eine Wander-Ausstellung, die auf Einladung der Gleichstellungsstelle der Stadt Paderborn jetzt auch in der Paderstadt gastiert. Die Ausstellung „Typisch männlich – typisch weiblich. Bloß in der Rolle bleiben!?!?“ ist vom 30. November bis 10. Januar 2011 im „Bilderbogen“ im Stadthaus Am Abdinghof zu den Öffnungszeiten der Stadtverwaltung zu sehen. Zur Ausstellungseröffnung am Dienstag, 30. November um 18 Uhr im sind alle interessierten Bürgerinnen und Bürger herzlich eingeladen. Stellvertretender Bürgermeister Dietrich Honervogt wird die Gäste willkommen heißen. Zum Thema Geschlechterrollen spricht Dr. Claudia Mahs vom Zentrum für Geschlechterstudien/Gender Studies der Universität Paderborn. Die beteiligten Jugendlichen bekamen innerhalb des Projektes die Aufgabe, die typischen Rollenklischees in der Gesellschaft zu untersuchen, sie darzustellen, mit diesen zu spielen und sie gegebenenfalls aufzubrechen. Nach spannenden Auseinandersetzungen entstand so im Laufe der Zeit eine umfangreiche fotografische Wanderausstellung, die die Besucherinnen und Besucher nicht selten auch mal stutzen oder schmunzeln lässt. „Wir möchten Schülerinnen und Schüler, Jugendliche und junge Erwachsene in Paderborn dazu ermuntern, sich anhand der Ausstellung einmal mit ihrem eigenen Rollenverständnis auseinander zu setzen“, so Dagmar Drüke, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Paderborn, die sich angetan von dem Rheiner Projekt zeigte und die Fotografien nach Paderborn holte. „Denn“, so Drüke: „die Verwirklichung von Gleichstellung in der Gesellschaft ist eng verbunden mit einem umfassenden Prozess des Abbaus von Rollenstereotypen. So prägt zum Beispiel eine geschlechtsspezifische Arbeitsteilung in Familie und Erwerbsleben nach wie vor die Lebenswirklichkeit von Frauen und Männern.“ Ziel der Ausstellung sei es, auf ein freieres Rollenverständnis, auf Offenheit und Toleranz, nicht nur bei Jugendlichen, hinzuwirken.