Westfälische Kinderdörfer feiern Jubiläen

Internationale Gäste beim Bürgermeister

© Stadt Paderborn

Fünf Jahre nach dem letzten Jubiläum empfing Bürgermeister Heinz Paus wieder die Leiter der internationalen westfälischen Kinderdörfer aus Peru und Ghana in Paderborn. Begleitet von der Vorstandsvorsitzenden des Internationalen Verbandes Westfälischer Kinderdörfer e.V. (IVWK), Christel Zumdieck, wurden die Entwicklungen und Erfolge der Dörfer seit ihrer Gründung erläutert. Heinz Paus freute sich, dass die Zusammenarbeit nach 25 Jahren in Ghana und 20 Jahren in Peru immer noch besteht und nachhaltig aus unserer Region unterstützt wird. Auch das dritte westfälische Kinderdorf in Indien feiert in diesem Jahr sein 25jähriges Jubiläum und die dortige Leitung bedauerte es sehr nicht nach Paderborn reisen zu können. Das Westphalian Children´s Village in Ghana wurde 1985 nach einer Landschenkung der Gemeinde Oyoko gegründet. Die Gründung wurde durch den heutigen Leiter Sampson Owusu-Boampong angetrieben. Er wurde 1943 in Ghana geboren und absolvierte dort auch seine Schulbildung. Nach seiner Anstellung als Grundschullehrer wanderte er für ein Pädagogik-Studium nach Deutschland aus. Mittlerweile wohnen 51 Kinder in den Familienhäusern. Neben diesen gibt es auch verschiedene Werkstätten wie eine Schreinerei und Druckerei. 1999 wurde ein Krankenhaus mit einer Augenklinik-Abteilung eröffnet. Diese genießt einen guten Ruf, da inzwischen ein Team von 8 Augenärzten aus NRW dort ehrenamtlich Einsätze leistet. Das in Westafrika einzigartige Ausbildungsinstitut für Optik-Techniker ist auf Betreiben des Kinderdorfleiters in direkter Nachbarschaft angesiedelt. Außerdem wurde die Berufsschule zur Technical & Senior High School mit Mitteln des Landes NRW ausgebaut. Das Westfalia Kinderdorf in Cieneguilla bei Lima in Peru wurde 1990 von der heutigen Leiterin Liselotte Schrader-Woyke gegründet. Sie wurde 1961 in Peru geboren und besuchte dort eine deutsch-peruanische Privatschule, die sie mit der peruanischen Hochschulreife abschloss. In Folge der Übersiedlung ihrer Familie nach Deutschland studierte und arbeitete sie in Hagen. 1988 kehrte sie nach Peru zurück. Unterstützt wird Liselotte Schrader-Woyke von ihrem Mann Helmut. Er hält ihr den Rücken frei und hilft bei Verwaltungs- und Technikarbeiten. Das Kinderdorf beherbergt heute 100 Kinder in sieben Familienhäusern. Außerdem gibt es eine Krankenstation, verschiedene Werkstätten und ein Ausbildungsgebäude für handwerkliche Berufe, das durch die Solidaraktionen von Paderborner Schulen finanziert und dessen Solaranlage mit Hilfe von Bundesmitteln angeschafft werden konnte. Im indischen Valayanchirangara Balagramam nahe Cochin/Kerala leben derzeit 45 Kinder in fünf Familienhäusern. In den letzten Jahren ist dort im Hinblick auf eine höhere Eigenversorgung die Milchwirtschaft erfolgreich erweitert worden. Alle Einrichtungen der Kinderdörfer, wie Kindergarten, Schule, Ausbildungsstätten oder Krankenhaus stehen auch den Menschen aus der jeweiligen Region zur Verfügung und helfen somit das Umfeld zu verbessern.