Sind die Kanäle dicht?

Hausbesitzer müssen ihre Abwasseranlagen prüfen lassen

© Stadt Paderborn

Sind die Kanäle dicht? Das ist die Frage, die Paderborner Hausbesitzer in der nächsten Zeit sehr interessieren wird. Was für neue Abwasserleitungen landesweit bereits gilt, hat der Gesetzgeber 2007 im Landeswassergesetz für alle privaten Abwasseranlagen vorgeschrieben: Die Kanäle sind von Sachkundigen auf Dichtheit zu prüfen. Seit langem sind Städte und Gemeinden verpflichtet, das öffentliche Kanalnetz zu kontrollieren. Jetzt werden auch Grundstückseigentümer für ihre Kanäle in die Pflicht genommen. Wie das geschehen soll, darüber informierten in der jüngsten Sitzung des Betriebsausschusses und Ausschusses für Märkte und Feuerwehr am Mittwoch im Gruppenklärwerk Sande Raimund Prenger, Betriebsleiter des Stadtentwässerungsbetriebes Paderborn (STEB), und Michael Lange von der Kommunal- und Abwasserberatung NRW. Weil an den Kläranlagen immer wieder sehr viel Fremdwasser ankommt und damit die Reinigung des Abwassers erschwert wird, sind dichte Kanäle äußerst wichtig. Andererseits verhindern sie auch, dass Abwasser ins Erdreich kommt und damit die Umwelt belastet. Das Land als Gesetzgeber fordert nunmehr, dass bis Ende 2015 für alle bestehenden Abwasseranlagen diese Dichtheitsprüfungen durchgeführt werden. Der Gesetzgeber eröffnet den Kommunen die Möglichkeit, diese Frist zu verkürzen bzw. zu verlängern. In den Wasserschutzgebieten in Sande, Marienloh und Neuenbeken soll diese Frist beispielsweise verkürzt werden, in anderen Teilen der Stadt möchte sie der STEB bis 2023 verlängern. Gemeinsam mit der Kommunal- und Abwasserberatung NRW hat der STEB jetzt ein Konzept zur Umsetzung dieser Forderung aus dem Landeswassergesetz entwickelt. Die etwa 31.800 Abwasseranlagen auf den Paderborner Grundstücken sind nach Kriterien, wie Alter, der Bebauung, Wasserschutzzonen, Fremdwasserschwerpunkten, Grundwasserflurabständen usw., geordnet und in eine zeitliche Reihenfolge gebracht worden. Bis Ende 2013 sollen danach Teile von Sande, Neuenbeken und Marienloh geprüft werden. Bis Ende 2014 soll das in Elsen-Bahnhof und Teilen von Mönkeloh und bis Ende 2015 in Wewer geschehen sein. Von 2016 bis 2019 ist das nordwestliche Stadtgebiet und von 2020 bis 2023 der Südosten der Stadt zu überprüfen. Die Prüfung wird von Sachkundigen durchgeführt. Eine vom Land NRW herausgegebene Liste mit Fachfirmen ist im Internet unter der Adresse http://www.sadipa.it.nrw.de/Sadipa/ zu finden. Je nach Länge der Kanäle auf dem jeweiligen Grundstück können für eine Dichtheitsprüfung Kosten von etwa 300 bis 800 Euro entstehen. Unter der Rufnummer 05251/88-0 werden Fragen zu diesem Thema beantwortet.